Musikverlag gründen: So baut Alex Ziem Believe Publishing auf | Interview (2/2)
Shownotes
Alex Ziem ist Head of Publishing bei Believe. Wie sie dort gelandet ist - nachdem sie vorher bei Universal und Sony Music Publishing gearbeitet hat - konntet ihr in der vorherigen Folge hören.
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Im zweiten Teil des ThemaTakt-Interviews geht’s um ihren Start bei Believe und wie sie mehr als ein Jahr lang daran gearbeitet hat, einen neuen Musikverlag aufzubauen. Es geht außerdem um den Unterschied von der Arbeit bei einem Musikverlag oder Label, was Artists von einem Verlag erwarten, wann Alex sie unter Vertrag nimmt und wie es sich anfühlt in der Musikindustrie zur Konkurrenz zu wechseln.
Wer in der nächsten Folge zu Gast ist, verrate ich euch am Ende der Folge, folgt dem ThemaTakt Podcast, um die nicht zu verpassen. Bewertet auch auf Spotify, wenn es euch gefällt. Einfach auf die drei Punkte klicken, auf Show bewerten und fertig. Wenn ihr lieber lest statt hört, abonniert den Newsletter unter thematakt.de
Es hat lange gedauert von der Interview-Anfrage bis zur Aufzeichnung, aber es hat sich gelohnt, dranzubleiben. Auch das kommende Interview ist sehr spannend. Da ist ich Liz Agyeman zu Gast. Sie hat fünf Jahre bei TuneCore gearbeitet - zuletzt als Senior Global Brand Managerin.
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Was bietet ein Musik-Verlag?
- Vorschuss
- Sample-Clearing
- Songwriting Camps
- Kollaborationen
- Abrechnungs-Hilfe
- Sync-Deals
Kapitel:
00:00 Intro 02:23 Start als Head of Publishing bei Believe 07:55 Admin-Arbeit im Musikverlag 13:21 Unterschied Label & Verlag 18:03 Was erwarten Artists von einem Musik-Verlag? 24:42 Aufbau von Believe Publishing 29:34 Signing-Kriterien 30:29 Tipps für Artists 34:58 Job-Wechsel zur Konkurrenz 40:05 Erste Signings bei Believe 42:51 Wichtigkeit von Transparenz 44:19 Kauf eines Kids-Verlags 46:13 Tipps für Musikindustrie-Einsteiger 48:16 Wünsche für die Musikbranche
Genannte Namen und Begriffe:
PRS Gema Believe Sentric Finch Helene Fischer Shirin David Apache207 Jochen Schuster The Baseballs Peter McCamley Ben Zucker Holy Priest Epitaph Uber Arena Uber Eats Music Hall Columbiahalle Pop-Akademie
Transkript anzeigen
00:00:00: ich bin nicht in irgendeiner Major-Firma groß geworden, sondern ich war sehr, sehr lang selbstständig.
00:00:04: Wenn du selbstständig bist, dann musst du ja immer, du musst ja eigentlich immer schauen, wo kommt das Geld her?
00:00:09: Was kann ich machen oder was kann ich kreieren, was spannend ist, dass Menschen sagen, ey, das will ich auch haben.
00:00:15: Und das war permanent meine Aufgabe, zu gucken irgendwie, was können wir machen, damit wir am Start sind.
00:00:20: Und das ist gerade nichts anderes.
00:00:22: Ich weiß noch, ich bin damals öfters mal gefragt worden, ob ich mir eigentlich so Geschäftsführung von einem Verlag vorstellen könnte.
00:00:27: Und ich so, auf keinen Fall, weil ich bin wegen des Kreativbereichs angetreten.
00:00:32: Und wenn du eine Geschäftsführung übernimmst, dann hast du auch die ganze Admin und auch diese ganze HR,
00:00:37: also Personal hast du auch mit auf deinem Tisch.
00:00:40: Und ich habe jetzt genau das, aber mit dem Riesenunterschied, dass ich halt von null starten durfte.
00:00:45: Ich habe nicht angefangen und habe schon gleich diesen Riesenproblemrucksack aufbekommen,
00:00:49: so mit tausend Problemen, die eh keiner gelöst hat vorher.
00:00:51: Und du musst jetzt gucken, dass du das irgendwie gehandelt bekommst.
00:00:54: Sondern ich durfte von unten alles aufbauen und auch lernen.
00:00:59: Und das ist für mich persönlich ein riesen Game Changer.
00:01:03: ThemaTakt, der Hip-Hop Business Podcast mit Tobias Wilinski.
00:01:09: Alex Ziem ist Head of Publishing bei Believe.
00:01:12: Wie sie dort gelandet ist, nachdem sie vorher bei Universal und Sony Music Publishing gearbeitet hat,
00:01:18: konnte sie in der vorherigen Folge.
00:01:20: Im zweiten Teil des ThemaTakt Interviews geht es um ihren Start bei Believe.
00:01:23: wie sie mehr als ein Jahr lang daran gearbeitet hat, einen neuen Musikverlag aufzubauen.
00:01:28: Es geht außerdem um den Unterschied von der Arbeit bei einem Musikverlag oder dem Hebel,
00:01:33: was Artists von einem Verlag erwarten, wann Alex sie unter Vertrag nimmt
00:01:38: und wie es sich anfühlt, in der Musikindustrie zur Konkurrenz zu wechseln.
00:01:42: Wer in der nächsten Folge ein Gast ist, verrate ich euch am Ende der Folge.
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00:01:55: Wenn ihr lieber lest statt hört,
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00:02:00: Weil mir der Podcast zwar
00:02:01: fame, aber kein Geld einbringt,
00:02:03: freue ich mich auch über eine Spende
00:02:05: an payball.me
00:02:06: ThemaTakt.
00:02:08: Jetzt aber viel Spaß beim Gespräch mit Alex Ziem.
00:02:13: Ja, dann sind wir wahrscheinlich schon beim Thema,
00:02:15: dass du eben an Z-Off Publishing
00:02:17: gestartet bist bei Believe.
00:02:19: Genau.
00:02:20: Juli, 2024, Juni, genau.
00:02:22: Ich habe auch mal nachgeguckt, ich habe jetzt tatsächlich schon im Juli geschrieben,
00:02:26: auch für Leute, die jetzt zuhören, um auch mal zu zeigen, wie es auf dieser Seite ist.
00:02:30: Also es hat knapp anderthalb Jahre gedauert, bis du dann tatsächlich hier sitzt.
00:02:34: Kann gar nicht sein.
00:02:35: Das lag aber auch daran, dass du eben sehr viel, wie sagen wir, Groundwork,
00:02:41: quasi das Fundament erstmal legen musstest für die Arbeit.
00:02:43: Du dachtest wahrscheinlich damals, als du den Job bekommen hast,
00:02:46: let's go, ich mache da weiter, wo ich aufgehört habe.
00:02:48: Absolut. Ich hatte tatsächlich so ein bisschen die naive Vorstellung, nach drei Monaten lege ich los und dann zahle ich und dem war überhaupt nicht so. Und es musste tatsächlich erstmal so die sogenannte Groundwork gemacht werden und ich musste auch erstmal so die sogenannten German Business Rules definieren. Also sprich, was ist der Unterschied des deutschen Marktes zu den anderen Märkten?
00:03:08: Und wenn du in Deutschland groß wirst, dann siehst du, dann ist ja alles, nimmst du das ja so hin, wie es ist und empfindest das auch nicht als kompliziert. Wenn du dann aber auf einmal siehst, wie es im Ausland läuft, dass die so viel einfacher aufgestellt sind, dann checkst du auf einmal, okay, alles klar, wir sind so speziell, wir sind einfach so speziell.
00:03:26: Und mal nur ein Beispiel. In England ist es zum Beispiel so, wenn du bei der PRS, also bei der Verwertungsgesellschaft PRS unter Vertrag bist, in Deutschland ist es ja die GEMA, dann ist der Split 50-50. Das heißt, wenn man einen Song geschrieben hat, 50 Prozent sind beim Autor und 50 Prozent sind beim Verlag.
00:03:43: Und es gibt halt zwei wichtige Rechte im Verlag. Es gibt einmal das mechanische Recht und einmal das Aufführungsrecht. Das mechanische Recht war immer relevant, wenn man so CDs verkauft hat. Das hat also an Relevanz abgenommen. Und das Aufführungsrecht, das ist, wenn du halt live, Radio und auch Streaming so. Und da ist bei denen immer 50-50. Wir in Deutschland sagen so, nee, wir machen das ganz anders.
00:04:03: Wir sagen, mechanisches Recht ist 60-40, also 60 Prozent bekommt der Autor, 40 Prozent bekommt der Verlag. Und beim Aufführungsrecht machen wir es nochmal anders, dann machen wir 66 Prozent sind beim Autor und 34 Prozent dann halt beim Verlag. Streng genommen ist es 66,66 und 33,34 Prozent.
00:04:23: Und Streaming, nee, da machen wir auch nicht 50-50, sondern sagen wir so ein Drittel, zwei Drittel.
00:04:29: Und das ist natürlich, wenn du das jemand in Frankreich oder auch in, also Frankreich Believe ist eine französische Firma und der Verlag, der gekauft worden ist, der die ganze Basis bildet, ist Centric, dieses in UK.
00:04:40: Dann ist das für die erstmal natürlich so, okay, alles klar, das müssen wir uns erstmal reinziehen.
00:04:45: Und dann kommen noch ganz, ganz viele andere Sachen dazu, die du halt wirklich, gerade wenn du so mit einem Verlag neu an den Start gehst, was alles bedacht werden muss, auch weil wir halt ein sehr internationales Konstrukt haben.
00:04:58: Und das hat tatsächlich echt viel Zeit in Anspruch genommen, auch dieses Mindset dann auch erstmal überall zu haben und dass Dinge verstanden werden und auch Entscheidungen zu treffen, zu sagen, so wollen wir in dem Bereich aktiv sein oder nicht?
00:05:12: Und wenn wir das wollen, dann müssen die Konditionen so und so und sein.
00:05:15: Ich weiß, bei euch sind sie anders, aber das ist eine aktive Entscheidung, die wir treffen müssen.
00:05:18: Und da musst du halt auch öfters mal drüber schlafen und überlegen, willst du da angreifen oder willst du dort nicht angreifen?
00:05:23: Und so ist dann die Zeit ins Land gegangen.
00:05:28: Und genau, und das war, also ich bin ja wirklich schon sehr, sehr lang auf Verlagsseite unterwegs, aber meine Lernkorbe, die war so steil.
00:05:37: Ich weiß noch, ich bin damals öfters mal gefragt worden, ob ich mir eigentlich so Geschäftsführung von einem Verlag vorstellen könnte.
00:05:43: Und ich so, auf keinen Fall, weil ich bin wegen des Kreativbereichs angetreten.
00:05:48: Und wenn du eine Geschäftsführung übernimmst, dann hast du auch die ganze Admin und auch diese ganze HR,
00:05:54: also Personal hast du auch mit auf deinem Tisch.
00:05:57: Und ich habe jetzt genau das, aber mit dem Riesenunterschied, dass ich halt von null starten durfte.
00:06:02: Ich habe nicht angefangen und habe schon gleich diesen Riesenproblemrucksack aufbekommen,
00:06:06: so mit tausend Problemen, die eh keiner gelöst hat vorher
00:06:09: und du musst jetzt gucken, dass du das irgendwie gehandelt bekommst.
00:06:11: Sondern ich durfte von unten alles aufbauen und auch lernen.
00:06:16: Und das ist für mich persönlich ein riesen Gamechanger.
00:06:20: Und ich habe tatsächlich gelernt, also ich liebe mittlerweile Atmen.
00:06:24: Also das wird ja immer so als total unsexy gesehen,
00:06:27: aber du kannst halt auch so kreativ im Atmenbereich sein.
00:06:30: Und man muss einfach sagen, Atmen ist das Herzstück eines jeden Verlages.
00:06:34: Es wird immer so vernachlässigt im Sinne von so,
00:06:37: dass es einfach, wie gesagt, es ist halt unsexy
00:06:39: und man will halt immer lieber mit den A&As zu tun haben.
00:06:41: Aber die Admin-Leute sind einfach so, so, so wichtig.
00:06:44: Und wenn die nicht funktioniert, dann kannst du auch keine Deals machen.
00:06:47: Weil wenn das Geld nicht reinkommt,
00:06:49: hast du einfach auch kein Geld, um es auszugeben.
00:06:51: Deswegen bin ich da wirklich so auch im Nachhinein sehr, sehr, sehr dankbar,
00:06:56: dass ich überhaupt diese Möglichkeit habe,
00:06:57: so einen Verlag aufzubauen, auch mit diesem Background.
00:07:00: Ich hatte auch Momente, wo ich wirklich hätte in Holz beißen können.
00:07:03: weil, wie gesagt, es braucht halt auch seine Zeit.
00:07:06: Aber so insgesamt ist das halt einfach eine großartige Möglichkeit.
00:07:11: Und auch, was auch ganz spannend war,
00:07:13: Centric hat ja einen ganz anderen Background.
00:07:14: Centric kommt ganz stark aus dem sogenannten Admin-Deal-Bereich.
00:07:19: Also sprich, wo Autoren keine Kreativarbeit haben wollten,
00:07:22: sondern es geht einfach nur darum,
00:07:24: guckt bitte, ob unsere Abrechnung richtig ist,
00:07:27: die wir von den Verwertungsgesellschaften bekommen.
00:07:29: Und ich komme ja komplett aus diesem Kreativbereich,
00:07:31: wo es wirklich mir darum ging,
00:07:32: dass ich Autoren und Autoren auf so ein nächstes Level bringe
00:07:35: und einfach gucke, welche Kollaboration kann man machen
00:07:38: und welche Türen kann man aufstoßen.
00:07:40: Also wirklich, wo man viel überlegt,
00:07:43: was könnten so nächste Schritte sein.
00:07:45: Und da kommen halt auch zwei Welten zusammen,
00:07:48: wo man dann halt auch erklären muss,
00:07:50: okay, wir brauchen dafür das, das und das
00:07:52: und wollen wir das machen oder wollen wir es nicht machen?
00:07:55: Was ist denn Admin?
00:07:57: Also du hast ja gerade schon gesagt,
00:07:57: so dieses Verwalten von Verträgen zum Beispiel,
00:08:01: aber das wirst du wahrscheinlich ja nicht selbst,
00:08:02: tun? Was ist für dich
00:08:04: überhaupt Admin-Arbeit? Admin bedeutet,
00:08:07: das ist auch ganz
00:08:09: interessant und zwar, ich muss mal
00:08:10: ein bisschen ausholen und zwar, wenn du
00:08:13: einen Verlagsvertrag unterschreibst,
00:08:15: dann hast du ja vorrangig immer mit dem
00:08:16: ANA erstmal zu tun und das ist dann auch
00:08:19: dein Hauptansprechpartner
00:08:21: bei einem Verlag.
00:08:23: Und dann gibt es die sogenannte
00:08:24: Admin-Abteilung und die fühlt sich
00:08:26: eigentlich mal wie so eine Blackbox an, was
00:08:28: das Personal angeht, weil da gibt es halt
00:08:30: Copyright-Manager, da gibt es Royalty-Manager,
00:08:32: Da gibt es Tracking-Manager und eigentlich kennst du die nicht so.
00:08:36: Das sind so die BWLer unter denen.
00:08:38: Ja, und die dann halt wirklich gucken, dass deine Gelder halt eingesammelt,
00:08:41: dass deine Songs richtig gemeldet sind,
00:08:42: dass die Gelder dann entsprechend eingesammelt werden,
00:08:44: dass, wenn du aufgetreten bist, live,
00:08:46: dass dann wirklich auch alles richtig gemeldet worden ist,
00:08:49: damit die Gelder halt auch ankommen können.
00:08:51: Und bei uns ist es so, also bei Believe Music Publishing ist es so,
00:08:54: dass wenn du bei uns unter Vertrag kommst,
00:08:57: hast du zwei feste Ansprechpartner.
00:08:59: Und zwar einmal dein A&R und deinen sogenannten Client Manager.
00:09:03: Ich hatte mit dem Wort Client Manager am Anfang so ein bisschen meine Probleme.
00:09:06: Aber jetzt liebe ich es, weil es ist so, hast du ein Problem in der Admin,
00:09:10: sei es, deine Songs sind nicht richtig gemeldet oder du musst da nochmal Rücksprache halten.
00:09:15: Wie ist das mit dem Splits, bla bla bla.
00:09:17: Die Abrechnung ist nicht richtig oder du denkst, die ist fehlerhaft.
00:09:20: Dann hast du da einen festen Ansprechpartner, den du anrufen kannst, den du antexten kannst
00:09:26: und der sich dann darum kümmert, der dann halt wirklich in die Firma reingeht
00:09:28: und das mit den entsprechenden Personen klärt.
00:09:30: Also du musst nicht irgendwie erstmal gucken,
00:09:32: okay, mit wem rede ich überhaupt
00:09:33: und wer könnte dann die Person sein.
00:09:35: Es ist ja bei Major-Verlagen ganz oft so,
00:09:37: wenn du zum Beispiel Songs melden willst,
00:09:39: dann hast du so eine Copyright-Ad-Adresse
00:09:41: oder eine MySongs-Ad-Adresse
00:09:43: und da schreibst du deine E-Mail hin und schreibst so,
00:09:46: lieber Verlag, könnt ihr bitte folgende Song melden
00:09:48: zu denen und denen und Splits.
00:09:50: Und dann, wenn du Glück hast, kriegst du eine Antwort.
00:09:52: So eine Danke für ihre E-Mail,
00:09:54: wir kümmern uns sobald wir können.
00:09:55: Ja, so nicht, aber dann antwortet schon,
00:09:58: eine Person, aber das ist halt
00:10:01: so eine Masse an Songs
00:10:02: heutzutage und du kannst halt nicht immer eine Antwort
00:10:05: bekommen und auch erwarten
00:10:06: leider. Und im Worst Case
00:10:08: stellst du dann bei deinen Abrechnungen fest,
00:10:10: oh, das ist vielleicht doch nicht gemeldet
00:10:12: worden. Und das
00:10:14: ist bei uns anders und zwar,
00:10:16: wir haben eine sogenannte Plattform, die nennt sich
00:10:18: Writes-App. Das heißt, du schickst
00:10:20: heute keine E-Mail mehr, sondern du gibst diese
00:10:22: Informationen gleich auf der
00:10:24: Plattform ein und die werden dann im Hintergrund
00:10:26: verarbeitet und dementsprechend gemeldet.
00:10:28: Also sprich, da werden so ein paar Schritte,
00:10:30: werden halt eingespart.
00:10:32: Das hört sich so nach einer Kleinigkeit an,
00:10:33: das ist aber am Ende so ein Game Chat,
00:10:35: also besonders für mich,
00:10:36: weil ich weiß noch,
00:10:37: als ich bei Sony gearbeitet habe,
00:10:38: am Ende war es so,
00:10:40: dass 50 Prozent meiner Arbeit waren echt Admin-Themen,
00:10:42: weil halt vieles nicht funktioniert hat.
00:10:43: Und das hat einfach damit zu tun,
00:10:45: dass die Systeme bezüglich der Masse an Songs,
00:10:48: die veröffentlicht werden,
00:10:49: einfach, die sind ausgelastet.
00:10:53: Und man lebt halt mit den Problemen.
00:10:56: Und das ist halt sehr challenging.
00:11:00: Nochmal vielleicht, was du da eigentlich in den letzten anderthalb Jahren gebaut hast, um auch erstmal das Konstrukt zu verstehen. Also Believe ist französisches Unternehmen, was gesagt hat, wir kaufen uns ein UK-Unternehmen, Centric, was schon besteht, auch eine Historie hat und kaufen uns erstmal Mitarbeiter und Katalog etc. ein.
00:11:18: Und daraus soll jetzt dann aber auch noch ein eigener Verlag entstehen, der jetzt nicht Centric heißt, aber mit dem, was schon da ist, auch arbeitet, auf Ressourcen etc. zurückgreift, aber dann hier auch in Deutschland sitzt oder noch weitere.
00:11:35: Genau, also warum Believe Centric auch ausgewählt hat, hatte einfach was damit zu tun, dass beide Firmen so eine ähnliche DNA haben. Also Centric war schon immer digital unterwegs und Believe war auch schon immer digital unterwegs und deshalb hat es einfach sehr gematcht, dass man sich dann auch für Centric entschieden hat als Verlagsplattform.
00:11:54: Und dann ging es natürlich darum, okay, zu sagen, okay, dann wollen wir in den Hauptmärkten wollen wir dann auch stattfinden. Und wir sind dann halt in Deutschland und in Frankreich sind wir dann halt als eigene Firmen an Start gegangen und sind noch in weiteren Ländern unterwegs. Und da geht es jetzt halt, wie gesagt, darum, Kataloge aufzubauen beziehungsweise zu schauen, was sind gute Partnerschaften, die man eingehen kann.
00:12:15: Ich habe zum Glück immer noch den riesen Luxus, da sie mich noch nicht auf Marktanteile konzentrieren muss. Marktanteile bekommst du, indem du in den Single-Charts vertreten bist. Es gibt aber auch viele Künstler, die in den Album-Charts stattfinden oder die in den Radio-Charts stattfinden und auch sehr erfolgreich sind. Und es gibt auch viele erfolgreiche Künstler, die da gar nicht stattfinden und auch erfolgreich sind.
00:12:34: Und das heißt, ich kann gerade noch aus einem sehr, sehr, sehr großen Pool fischen und finde es immer wieder erstaunlich. Ich kriege dann ganz oft Künstler auf dem Tisch oder Künstlerinnen oder ein irgendwie Spotify-Profil, vier Millionen monatliche Spotify-Hörer und ich habe von diesem Kreativen noch nie gehört, wo ich denke, es kann doch einfach nicht sein und davon gibt es einfach so wahnsinnig viele.
00:12:57: Und das ist dann halt auch so, gerade wenn du sehr nischisch unterwegs bist, dann kann das halt oft das mal passieren.
00:13:04: Und die haben dann noch keinen Verlag in Deutschland, diese vier Millionen.
00:13:07: Genau, also die haben dann nicht nur keinen Verlag in Deutschland, sondern die sind dann komplett verlagsfrei, also weltweit verlagsfrei.
00:13:14: Und wo man dann schaut, was ist so das beste Konstrukt dann für den Kreativen oder für die Kreative.
00:13:20: Weil sie alles so DIY-mäßig über einen Vertrieb einfach hochgeladen haben.
00:13:24: Also es klingt jetzt so verrückt, finde ich, dass jemand noch keinen Verlag hat.
00:13:28: Das Lustige ist ja, für viele ist ja Verlag immer noch so, wie gesagt, was machen die da eigentlich?
00:13:33: Und wodurch verdienen die eigentlich ihr Geld?
00:13:35: Ich habe in den letzten anderthalb Jahren
00:13:38: habe ich teilweise echt sehr lustige Verträge auf dem Tisch gehabt
00:13:43: von Künstlern und Künstlerinnen, die dann halt, keine Ahnung,
00:13:45: die hatten dann ein Label in den USA.
00:13:47: Und dann ist mit einer Klause im Vertrag
00:13:49: sind die Verlagsrechte auch übertragen worden.
00:13:51: Und wo ich sage, aber du musst doch auch,
00:13:54: ich meine, da ist so viel Möglichkeit,
00:13:56: man kann über einen Vorschuss reden
00:13:57: und auch über eine gewisse Laufzeit.
00:14:00: und du musst dir doch auch so eine Gegenleistung auch einbauen lassen.
00:14:04: Und die wussten gar nicht, dass sie das unterschrieben haben,
00:14:06: weil sie aber auch nicht wissen, was Verlag bedeutet.
00:14:08: Und man muss oftmals auch erklären, wo der Unterschied ist.
00:14:11: Und das ist halt ein Label, da geht es darum, Masterrechte auszuwerten
00:14:17: und auf Verlagseite geht es darum, Verlags- oder Urheberrechte auszuwerten.
00:14:23: Und das ist halt ein Riesenunterschied.
00:14:24: Und Urheberrechte generierst du, indem du einen Song schreibst,
00:14:27: also komponierst oder Lyrics halt schreibst und Masterrechte,
00:14:31: indem man halt produziert oder halt singt.
00:14:34: Und das sind halt unterschiedliche, sag ich mal, Quellen,
00:14:37: wodurch dann halt Gelder generiert werden können.
00:14:41: Als kleinerer Artist, woran merke ich,
00:14:43: dass ich vielleicht mir mal einen Verlag angucke
00:14:47: und einen möglichen Verlagstil nehme?
00:14:49: Ja, ich sage auch, also ich sage ganz oft,
00:14:52: man muss sich einen Verlag auch leisten können.
00:14:54: Es ist ja auch nicht billig.
00:14:56: Also, weil am Ende ist es so, wie ich vorhin gesagt habe,
00:15:01: das mechanische Recht hat jetzt nicht mehr so die große Relevanz mit 60, 40,
00:15:05: also dass du letztendlich 40 Prozent dann bezahlst,
00:15:08: sondern es ist mehr das Performance-Right,
00:15:10: also das Aufführungsrecht, wo du mit 33 Prozent dann, sag ich mal,
00:15:14: deinen Verlag halt bezahlst.
00:15:16: Das kann man auch nicht ändern.
00:15:17: Das ist vorgegeben.
00:15:19: Das kannst du nur ändern, indem du in eine andere Verwertungsgesellschaft eintrittst.
00:15:22: Aber die GEMA ist sehr autorenfreundlich
00:15:24: und dann hast du noch schlechteren Split.
00:15:26: Du kannst ja auch zur, keine Ahnung, zur Imro gehen oder wie gesagt zur PRS oder SCAP.
00:15:30: Da ist dann aber 50-50 und da musst du halt noch mehr abgeben.
00:15:34: Es hat alles seine Vor- und Nachteile.
00:15:37: Also es hat auch, wenn du zum Beispiel, keine Ahnung, du bist ein Dance-Künstler und bist international sehr, sehr erfolgreich
00:15:43: und vielleicht ist dein Main Income gar nicht in Deutschland, sondern in anderen Territorien, in den USA oder auch in England,
00:15:49: dann macht es schon Sinn zu überlegen, ob man nicht eine Verwertungsgesellschaft sucht, die dort agiert,
00:15:55: weil es ist ja auch so, dass die Verwertungsgesellschaften,
00:15:58: die haben ja Verträge auch miteinander,
00:16:02: sind ja so Schwesterunternehmen
00:16:03: und auch jede Verwertungsgesellschaft zieht sich ihre Splits ab.
00:16:07: Also Verwaltungssplits, sage ich jetzt mal.
00:16:12: Und das muss man halt auch wissen.
00:16:13: Und deshalb muss man halt immer von Fall zu Fall halt auch schauen,
00:16:17: was macht am meisten Sinn.
00:16:19: Wenn man natürlich schon immer bei der GEMA ist
00:16:20: und die GEMA macht auch einen guten Job,
00:16:24: Es gibt Bereiche, wo noch sehr, sehr viel Luft nach oben ist.
00:16:28: Aber die haben sich ja in den letzten Jahren auch personell sehr gut aufgestellt
00:16:32: und sind viele meiner ehemaligen Kollegen und Kolleginnen zur GEMA gegangen,
00:16:35: wo ich am Anfang erst mal sehr erstaunt war und dachte so, warum geht der zur GEMA?
00:16:38: Und es ist jedenfalls viel frischer Wind reingekommen.
00:16:42: Am Ende ist es aber trotzdem so, der Hauptjob der GEMA ist, die Gelder einzusammeln für die Autoren und Autorinnen.
00:16:47: Und da ist es leider immer noch so, dass viele Fehler passieren.
00:16:54: Und da es total Sinn macht, vielleicht dann noch jemand weiteres zu haben, der da drauf schaut und das ist dann auch die Aufgabe der Verlage, dass man dann halt auch den Autoren und Autoren hilft, dann gewisse Gelder dann nachträglich noch einzusammeln und einfach zu gucken, warum ist da jetzt gerade so ein Riesenunterschied zwischen dem, was du gestreamt hast und was eigentlich am Ende so in deiner Abrechnung drin ist.
00:17:15: Aber du hast auch schon mal jemandem empfohlen, dass er vielleicht nicht, auch wenn er in Deutschland sitzt, mit der GEMA, sondern mit einer Verwertungsgesellschaft arbeitet.
00:17:25: Also wie gesagt, das macht dann immer Sinn, wenn du zum Beispiel, wie ich erklärt habe, im Ausland sehr, sehr erfolgreich bist und dann, wir nehmen jetzt mal die USA, es wird jetzt nicht so wahnsinnig viele Fälle von deutschen Autoren und Autoren geben, die jetzt in den USA erfolgreich sind, aber wir nehmen jetzt einfach mal dieses Beispiel,
00:17:42: Wo es dann einfach mehr Sinn macht, sich das direkt von der Verwertungsgesellschaft in den USA ausschütten zu lassen, als wenn das erstmal von denen zur GEMA und dann zum Autor ausgeschüttet wird. Da wird ja halt immer wieder was abgezogen zwischendurch. Und da macht es schon Sinn. Und das kann sich, sag ich mal, im Zweifel kann sich das auch zusammenleppern.
00:18:02: Was erwarten Leute denn vom Verlag? Also berührt so beide Punkte. Zum einen, wann ist es für mich überhaupt sinnvoll? Du sagst ja, man muss natürlich schon damit rechnen, dass man auch ein bisschen was für den Service auch abgeben muss. Aber welches Service ist abgesehen jetzt von Vorschuss? Das hatten wir ja schon. Das ist natürlich unter Umständen ein großer Punkt. Ich brauche Geld, so ein bisschen wie bei einer Bank. Aber abgesehen davon, die Arbeit, die ihr da tut oder was sagen dir auch manche Leute? Was wollen die von euch eigentlich?
00:18:31: Das Lustige ist immer, viele sagen, wir möchten unbedingt Kreativarbeit von euch haben. Und der Vorschuss ist uns gar nicht so wichtig, aber es ist eigentlich ganz oft der Vorschuss, der auch zu Recht wichtig ist, weil der bildet ja eine Grundlage, dass du halt auch entspannt arbeiten kannst.
00:18:51: Und viele möchten dann halt, wie gesagt, möchten, es ist auch immer ein bisschen vom Genre abhängig.
00:18:55: Ich habe jetzt ein paar Dance-Künstler unter Vertrag genommen, die dann halt auch fragen, könnt ihr so Bearbeitung für uns klären?
00:19:03: Weil das ist halt auch immer so ein sehr langwieriger Prozess, dass du halt Bearbeitung frei...
00:19:08: Sorry!
00:19:11: Wer ist da nicht im Flugmodus?
00:19:12: Nein!
00:19:16: Bearbeitungsangefrage?
00:19:17: Sorry!
00:19:18: Ist dringend? Willst du Pause machen?
00:19:19: Nee, ich mach bloß kurz, ich ruf zu.
00:19:21: Aber dafür wärst du auch ganz entspannt bis jetzt.
00:19:23: Also so vom Telefon-Terror her.
00:19:25: Ja.
00:19:26: Okay, dein Flugmodus komplett vergessen.
00:19:29: Sorry.
00:19:31: Also wir waren ja gerade bei
00:19:33: Leuten, die Bearbeitungen wünschen.
00:19:36: Genau.
00:19:37: Dass es gerade im Dance-Bereich ist,
00:19:38: ist das halt sehr üblich, dass halt
00:19:40: viele Songs bearbeitet werden und halt
00:19:42: nochmal so ein neues Gewand gepackt werden.
00:19:44: Und da wünschen sich viele schon die Unterstützung vom Verlag.
00:19:46: Also gerade wenn man sehr lange dabei ist,
00:19:48: weiß man, wer in den Clearance-Abteilungen arbeitet.
00:19:51: Man bekommt die Prozesse manchmal ein bisschen,
00:19:54: man bekommt ein bisschen Geschwindigkeit rein,
00:19:56: aber am Ende sind ja die Verlage auch immer davon abhängig,
00:19:58: dass die ihre eigenen Autoren dann halt das Go geben
00:20:00: und dann sitzen die teilweise in den USA
00:20:02: und dann dauert es halt doch länger.
00:20:03: Und das ist ja dann auch immer nicht die einzige Anfrage,
00:20:06: die man dann für diesen Song auf dem Tisch hat.
00:20:08: Man weiß es ja nicht,
00:20:09: dass da vielleicht noch 20 andere Anfragen laufen.
00:20:11: Das ist so ein bisschen so ein mühsames Thema,
00:20:14: Cover-Clearance.
00:20:15: Aber das wird halt, es ist sehr gewünscht,
00:20:17: dass man das mit anbietet.
00:20:20: Und dann, wie gesagt, Kreativarbeit.
00:20:22: Das kann so in zwei Richtungen gehen.
00:20:24: Einmal, dass man wirklich, je nachdem, ob das jetzt ein Autor ist,
00:20:26: der für andere arbeitet, dass man, sage ich mal,
00:20:29: entsprechende Türen öffnet und dann halt auch mit Künstlern connectet.
00:20:33: Oder aber ein Künstler, der dann halt sagt,
00:20:35: ich möchte gerne vielleicht auch mit dem Künstler kollaborieren
00:20:38: und kannst du da eine Connection auftun?
00:20:42: Oder kannst du mich mit dem Produzenten zusammenbringen?
00:20:44: Oder auch mit dem Autor oder der Autorin?
00:20:47: Da geht es immer so ein bisschen um Beziehungspflege und einfach zu gucken, was ist so der nächste Schritt oder was können wir zusammen gehen.
00:20:54: Und für mich ist da auch mal super wichtig, dass man da sehr transparent ist.
00:20:57: Also dass man auch sagt, das trauen wir uns gerade zu. Schau, ob das für dich Sinn ergibt.
00:21:03: Und wenn wir einen Plan haben und der geht nicht richtig auf, dass man das ganz offen bespricht und sagt,
00:21:09: okay, die Tür haben wir nicht geöffnet bekommen, ich würde aber gerne das und das nochmal probieren.
00:21:13: Und dass man einfach, am Ende ist es wie so ein Autorenmanagement.
00:21:17: dass du einfach schaust,
00:21:18: wie bekommst du jemanden auf so ein nächstes Level.
00:21:21: Und das ist so der eine Bereich im Kreativen.
00:21:23: Und dann gibt es noch den sogenannten Sync-Bereich,
00:21:25: wo es dann darum geht,
00:21:26: Songs halt auch in Werbung,
00:21:29: TV, Film, Games zu platzieren.
00:21:32: Das ist Königsklasse, leider.
00:21:35: Weil ich sage mal so,
00:21:36: jeder, der dir in dem Bereich was verspricht,
00:21:39: würde ich mit ganz viel Vorsicht genießen.
00:21:41: Weil du kannst da einfach nichts versprechen.
00:21:44: Du kannst nur versprechen,
00:21:45: dass du deine ganzen Kunden, die du hast,
00:21:49: dass du denen mitteilst,
00:21:51: das ist ein neues Signing von uns,
00:21:53: der ist in dem und dem Bereich unterwegs
00:21:54: und dass du denen halt so eine gewisse Awareness reingibst.
00:21:57: Und dann muss man gucken, wie springen die drauf an?
00:22:00: Und das kann man immer wieder machen, immer wieder machen
00:22:02: und sie auch zu Konzerten einladen
00:22:03: und einfach schauen,
00:22:04: dass man einfach so ein bisschen Kontaktpflege betreibt.
00:22:08: Aber ob es dann wirklich dann zu einem Sync-Deal kommt,
00:22:10: das steht wieder auf einem ganz anderen Blatt Papier.
00:22:13: Aber das ist natürlich auch ein schöner Bereich.
00:22:15: das wird auch immer gerne so als Marketing-Tool gesehen,
00:22:17: aber das ist halt ein sehr unberechenbares Marketing-Tool,
00:22:19: weil du es halt wirklich nicht
00:22:21: wirklich richtig aktiv kontrollieren kannst.
00:22:24: Aber da kümmert ihr euch dann auch,
00:22:25: dass ihr quasi die Gelder einmal einsammelt
00:22:27: oder auch die Verträge, je nachdem aushandelt.
00:22:29: Ja, genau. Also wenn dann der Sync-Deal organisiert ist,
00:22:31: dann geht es auch darum, die Verträge zu machen
00:22:33: und dann ist die Expertise halt auch bei uns,
00:22:35: wo wir wissen, okay, wir können das und das verlangen dafür.
00:22:38: Und dann müssen halt beide Rechte geklärt werden,
00:22:39: einmal Master-Seite und einmal halt
00:22:41: Copyright-Seite oder Verlagsseite.
00:22:43: Und dann schreibt man irgendwann die Rechnung.
00:22:47: Dann ist der Song vielleicht in irgendeinem tollen Film platziert worden
00:22:50: und dann passieren vielleicht noch neue Sachen.
00:22:53: Hast du auch schon so Geschichten gehabt,
00:22:54: dass du einem geklauten Song, sag ich mal, daher musstest,
00:22:59: dass jemand gesagt hat, guck mal, da hat jemand in den USA
00:23:03: mein Sample benutzt, ohne das irgendwie zu klären oder weniger?
00:23:07: Ich hatte eher den Fall, und das ist echt ein Phänomen,
00:23:11: Wenn ein Song sehr erfolgreich wird,
00:23:15: dass auf einmal wirklich gefühlt aus allen Ecken Leute kommen und sagen,
00:23:18: das ist aber mein Original gewesen.
00:23:20: Das habe ich schon sehr, sehr oft erlebt.
00:23:23: Also das ist wirklich ein Song, wo ich auch weiß,
00:23:27: dass die Autoren den geschrieben haben.
00:23:29: Okay, ich war jetzt nicht in dem Schreibeprozess mit im Raum drin.
00:23:34: Aber wo ich weiß, dass man sich getroffen hat, um an einem Song zu arbeiten,
00:23:37: ist der Song entstanden.
00:23:38: Und dann wird es auf einmal ein Riesenerfolg.
00:23:41: Und dann kommen wirklich Künstler und Autoren, Autorinnen und sagen so, das war aber mein Original und bringen dann irgendeinen Song.
00:23:49: Und ja, okay, es gibt halt nur eine gewisse Anzahl an Tönen und dann kann es vielleicht auch mal Überschneidungen geben.
00:23:54: Aber wo ich ziemlich sicher bin, dass das nicht die Inspiration war, dass der Song entstanden ist.
00:24:01: Aber das ist immer sehr, es ist immer so, also großen Erfolg zu haben ist auch immer sehr zweischneidig, weil es auf der einen Seite ist es ganz, ganz toll.
00:24:08: es ist ja, darauf arbeitet man ja immer hin
00:24:10: und dann hast du den Erfolg und dann hast du
00:24:12: auf einmal so viele andere Probleme,
00:24:14: die du nicht erwartet hast.
00:24:16: Aber dann
00:24:18: kamen die Leute auch direkt mit Klagen
00:24:20: oder haben die dann erstmal so rumgeschickt,
00:24:22: okay, muss man dann also wirklich... Also du musst dich dann
00:24:24: wirklich aufstellen und musst gucken, dass du dann
00:24:26: auch gut anwaltlich vertreten
00:24:28: wirst und das ist dann
00:24:30: schon teilweise
00:24:32: Recht haben und Recht bekommen sind ja halt auch noch
00:24:33: zwei verschiedene Paar Schuhe.
00:24:36: Das war dann teilweise echt abenteuerlich.
00:24:38: Okay. Aber nochmal zum jetzigen, also auch nochmal zu deiner Aufbauarbeit.
00:24:44: Du hast dann ja eben geguckt, wie baue ich hier quasi das perfekte Ding, was keine Fehler hat.
00:24:50: Und hast dann auch Leute eingestellt und geguckt, wo braucht es überhaupt Felder?
00:24:55: Oder konntest du dich an deinen vorherigen Jobs orientieren, um zu sagen,
00:24:59: okay, wir brauchen auf jeden Fall diesen Admin-Bereich, diesen A&A-Bereich.
00:25:03: Ich habe schon hier Leute auf meiner Wunschliste.
00:25:05: Hast du die alle eingestellt oder wie war die Arbeit da?
00:25:07: Genau, also das Gute ist, ich konnte mich halt an meinen Jobs vorher orientieren und wusste halt, okay, das und das ist so der Standard in Deutschland.
00:25:14: Und das war auch der Grund, wo ich gesagt habe, wir müssen halt für uns definieren, was wollen wir und was wollen wir anbieten und auf welchen Feldern wollen wir unterwegs sein.
00:25:21: Und wenn wir uns als Premium Publisher definieren wollen, dann müssen wir halt das, das und das machen.
00:25:26: Ansonsten sind wir kein Premium Publisher.
00:25:30: Und ich möchte es immer gerne so definieren, dass wir einfach ein schöner Boutique Publisher sind.
00:25:36: Also sprich, wir sind ja kein Major-Publisher, wir haben gerade angefangen, wir fangen an, alles aufzubauen, was natürlich auch ein Riesenvorteil für Autoren und Autoren ist, die jetzt gerade bei uns andocken, weil ja einfach so eine riesen Attention auf diesen Autoren ist und weil wir ja auch gerade einen mega guten Job machen wollen, was sich dann natürlich auch dann rumsprechen soll und wo jeder weiß, ey, wenn wir zu denen gehen, dann passiert das und das.
00:25:57: Und dementsprechend wusste ich dann, okay, ich brauche in den und den Bereichen die gewissen Leute und habe die dann geholt.
00:26:05: Okay, also hast du wirklich dann von Grund auf alles gemacht.
00:26:09: Genau, genau.
00:26:09: Dann hattest du auch keine Assistenz oder so?
00:26:11: Das stelle ich mir jetzt schon auch als eine sehr fordernde Aufgabe.
00:26:16: Also natürlich auch cool, wie du sagst, und viel gelernt.
00:26:18: Aber zu sagen, hier, keine Ahnung, ist dein Jahresbudget
00:26:21: und jetzt mach mal, mach mal, hast du ja auch nicht gelernt.
00:26:27: Dieses Aufbauen eines Verlags ist ja was,
00:26:29: was dir auch wahrscheinlich keiner beibringen kann.
00:26:32: Stimmt, aber was mir echt zugute gekommen ist, ist meine Anfangszeit in der Musikbranche. Ich war halt immer selbstständig. Ich bin nicht in irgendeiner Major-Firma groß geworden, sondern ich war sehr, sehr lang selbstständig. Und wenn du selbstständig bist, dann musst du ja immer, du musst ja eigentlich immer schauen, wo kommt das Geld her? Was kann ich machen oder was kann ich kreieren, was spannend ist, dass Menschen sagen, ey, das will ich auch haben.
00:26:55: Und das war permanent meine Aufgabe, zu gucken, was können wir machen, damit wir am Start sind. Und das ist gerade nichts anderes. Aber mit dem Wissen, dass ich weiß, wo muss ich hin und was bedarf es auf dem Weg dorthin.
00:27:11: Und das ist auch ganz lustig, ich fühle mich so ein bisschen auch an meine alte Zeit erinnert, weil es fühlt sich schon so sehr stark auch sehr, sehr selbstständig an oder wie zu meinen Zeiten halt in der Selbstständigkeit, weil auch mir sehr viel Vertrauen entgegengebracht wird und natürlich das auch erwartet wird, dass der Verlag gut aufgestellt wird.
00:27:27: Und das ist halt durch die jahrelange Erfahrung und Expertise ist das halt möglich. Und dann halt noch mit diesen Skills, die ich mir damals halt angeeignet habe und einfach wusste, du musst einfach machen. Einfach machen. Das ist so das A und O, das hört sich so banal an, aber es ist einfach machen, machen, machen und deine Chancen potenzieren und dann passiert da auch was.
00:27:45: Und du hattest dann so eine Deadline oder weniger? Weil du meintest ja, dass du am Anfang gedacht hast, in drei Monaten signst du. Wenn du jetzt schon vorher gesagt bekommst, du sollst das ganze Ding aufbauen, dann ist ja eigentlich klar, dass das vielleicht ein bisschen länger dauert, oder?
00:27:58: Also ich sage mal so, ich hatte wie gesagt, ich habe natürlich mit diesen Prozessen, die dann noch nötig waren, damit habe ich nicht gerechnet und deshalb bin ich auch davon ausgegangen, dass ich viel, viel schneller einsteige in den Signing-Prozess und dementsprechend auch viel, viel mehr Signings tätigen werde.
00:28:16: Und ich weiß noch, unser erstes Meeting, was wir hatten, als ich dann so eine Kalkulation oder beziehungsweise eine Übersicht geben sollte, wie viele Deals ich mir so im nächsten Jahr zutraue. Und ich so, ja, das und das, kein Problem. Und dann, wie ich dann am Ende des Jahres guckt habe, so okay, bin ich vielleicht doch ein bisschen weit davon entfernt. Was halt auch dem geschuldet ist, dass ich halt teilweise noch nicht mal die Verträge hatte. Die musste mir auch erstmal dementsprechend schreiben. Du konntest ja nicht einfach irgendwie englische Verträge nehmen, die durch Google Translate jagen und dann hast du deutsche Verträge.
00:28:42: oder so halt.
00:28:45: Und das, wie gesagt,
00:28:46: da musste sehr viel aligned werden
00:28:48: und da sind halt viele Menschen involviert.
00:28:51: Das sind wirkliche Prozesse
00:28:52: und das hat, wie gesagt,
00:28:54: sehr, sehr viel Zeit in Anspruch genommen.
00:28:56: Hat dich das am meisten gestresst? War das der Holzbeißen-Moment?
00:28:59: Ja.
00:29:00: Ja, war es. Also es war wirklich so, weil
00:29:02: ich habe tatsächlich eine Schwäche
00:29:04: und das ist halt Ungeduld.
00:29:07: Und da habe ich so ein bisschen gelernt,
00:29:08: geduldiger zu werden.
00:29:10: Aber bei mir ist es halt so,
00:29:11: Schnelligkeit ist für mich halt super wichtig,
00:29:13: einfach super, super wichtig.
00:29:15: Und das Lieben, das ist auch immer das,
00:29:16: was die Autoren bei mir geliebt haben,
00:29:18: dass ich halt immer sehr schnell war.
00:29:19: Und wenn du dann halt so ein bisschen dich ausgebremst fühlst,
00:29:23: weil du weißt, okay, es geht gerade einfach noch nicht weiter,
00:29:25: sondern es muss einfach die Entscheidung erst mal getroffen werden,
00:29:28: dann ist schon so, okay, entspann dich, es geht weiter.
00:29:34: Wie entscheidet ihr denn jetzt gerade Signings?
00:29:37: Also worauf achtest du, wenn das jetzt jemand hört,
00:29:41: fühlt sich eine Person vielleicht angesprochen?
00:29:44: Eigentlich nicht anders, als ich es vorher gemacht habe.
00:29:46: Also ich schaue halt erst mal,
00:29:50: okay, es gibt tatsächlich einen großen Unterschied.
00:29:52: Ich schaue heute stärker auf Zahlen,
00:29:55: als ich es damals noch gemacht,
00:29:56: also in meinen Anfängen gemacht habe.
00:29:58: Weil wie gesagt, es ist alles sehr, sehr zahlen-driven.
00:30:02: Und dann guckt man, wie,
00:30:04: also es gibt halt zwei Aspekte, die Zahlen,
00:30:06: und halt auch, wie man die Musik findet,
00:30:09: wie man die Künstler findet,
00:30:11: wie viel Potenzial man darin sieht.
00:30:12: Und dann trifft man sich, man lernt sich kennen
00:30:16: und dann schaut man auch, ob das matcht.
00:30:17: Ob man so der Meinung ist, man könnte gut zusammenarbeiten
00:30:21: und dann kommt man vielleicht zusammen.
00:30:25: Was würdest du denn auch noch ein bisschen,
00:30:28: ähnlich wie gerade die Frage,
00:30:29: aber was würdest du Artists raten, die jetzt neu starten
00:30:34: oder vielleicht ein bisschen professioneller sind?
00:30:37: Gar nicht mal unbedingt so krass auf Verlag gemünzt,
00:30:39: sondern was siehst du auch jetzt gerade?
00:30:42: Es hat sich ja schon sehr viel verändert.
00:30:43: Wir hatten auch im Vorgespräch diese große Änderung durch Spotify,
00:30:47: durch Social Media und so.
00:30:48: Aber teilweise ändert sich ja einfach auch das so manchmal rückläufig,
00:30:52: dass vielleicht auch TikTok weniger Relevanz jetzt hat als vor drei Jahren oder sowas.
00:30:56: Aber wie blickst du gerade auf den Markt?
00:30:58: Was ist gerade wichtig für mich als Artist?
00:31:00: Also was sich tatsächlich nicht geändert hat, machen, machen, machen.
00:31:03: Du musst einfach machen.
00:31:04: Du musst einfach aktiv sein.
00:31:05: Die Leute müssen auf dich aufmerksam werden.
00:31:08: Und du kommst nicht drum herum, einfach zu machen.
00:31:11: Und ich hatte ja vorhin schon mal gesagt,
00:31:13: dass ich größten Respekt so vor Kreativen habe.
00:31:15: Und zwar aus folgendem Grund.
00:31:19: Es gibt ja sehr, sehr, du bist einfach heute
00:31:21: in einer sehr, sehr großen Konkurrenzsituation ausgesetzt.
00:31:24: Und manchmal muss man einfach mal tatsächlich die Scheuklappen aufmachen
00:31:28: und nicht zu sehr nach rechts und links schauen.
00:31:31: Und zu sehen, jetzt hat der, ist der wieder mit seinem Song viral gegangen,
00:31:35: warum ich nicht?
00:31:36: Sondern man muss das oftmals auch echt mal ausblenden und sich auf sich konzentrieren.
00:31:40: Ansonsten killt einen das innerlich.
00:31:43: Und das soll ja nicht passieren.
00:31:45: Es geht ja wirklich am Ende darum, dass du deine eigene Kunst halt auch leben kannst.
00:31:48: Und ich weiß, dass das super, super schwer ist.
00:31:51: Und das ist auch echt eine Challenge.
00:31:52: Und ich bekomme das auch mit.
00:31:56: Über die Jahre kriegt man ein gutes Gefühl,
00:31:58: ob jemand sehr, sehr, sehr hart für seinen Erfolg kämpfen muss oder nicht.
00:32:03: Du bekommst das in den Persönlichkeiten mit.
00:32:05: Und mir tut das immer dann so leid, weil gerade Menschen, die dann sehr, sehr, sehr hart für ihren Erfolg kämpfen mussten, da ist was hängen geblieben.
00:32:12: Also die sind wirklich durch viele tiefe Täler gegangen und konnten das nicht einfach wegschieben, sondern man merkt das dann halt auch.
00:32:19: Und das ist dann immer so schade, aber das ist leider auch die negative Seite von unserer Branche.
00:32:26: Und am Ende ist es halt ein Geschäft.
00:32:29: Aber die, die leichten Erfolg haben, ist das nicht noch schader?
00:32:34: Weißt du, die, die den so zugeworfen bekommen haben,
00:32:37: ist da nicht dir eine Person lieber,
00:32:39: die da so ein bisschen für gekämpft hat?
00:32:41: Ohne erst natürlich mental komplett am Ende zu sein.
00:32:44: Es ist auf jeden Fall so, keine Ahnung,
00:32:47: vielleicht hat es was auch damit zu tun,
00:32:49: wie jemand so insgesamt groß geworden ist.
00:32:51: Es gibt ja trotzdem auch Menschen, die dann Erfolg haben,
00:32:54: die vielleicht Glück hatten,
00:32:56: dass sie es trotzdem auf eine gewisse Art und Weise schätzen können,
00:32:58: weil sie ja auch, die sind ja nicht blind,
00:33:00: die sehen ja auch bei anderen, was da passiert.
00:33:04: Aber es gibt auch Leute, die, oder auch in Gesprächen mit Künstlern und Künstlerinnen kommt auch ganz oft heraus, wenn sie, sag ich mal, von dem Erfolg so doll überrollt worden sind, dass sie den gar nicht genießen konnten, weil sie nur funktioniert haben die ganze Zeit.
00:33:18: Und rückblickend dann irgendwie so, warum habe ich das eigentlich nicht viel mehr genossen?
00:33:23: Also es ist schon so, dass wenn jemand Erfolg hat, der versucht dann meistens auch erfolgreich zu bleiben.
00:33:28: Es gibt immer noch wenige Beispiele, die sich dann drauf ausruhen und denken so, ja, das wird schon irgendwie alles gehen.
00:33:34: Aber heutzutage ist schon so, dass die Künstler und Künstlerinnen echt Gas geben und versuchen, nah am Start zu sein.
00:33:40: Und was halt auch schön ist, früher musstest du dich halt für irgendeine Richtung entscheiden.
00:33:45: Du konntest nicht irgendwie so nach dem Motto, heute mache ich Pop und morgen mache ich Dance.
00:33:48: Heute ist einfach so viel möglich. Es ist einfach so viel möglich.
00:33:52: Finch zum Beispiel kann mit einem Schlagerkünstler eine Kollabo machen und kann mit einem Hip-Hop-Künstler eine Kollabo machen.
00:33:59: Und trotzdem würde man nie sagen, boah, das ist ja voll unkredibil und was macht er denn da und so.
00:34:03: Das nimmt man ihm komplett ab, weil es absolut authentisch ist.
00:34:07: Und das wäre, glaube ich, vor vielen, vielen Jahren, weiß ich nicht, ob das so gegangen wäre,
00:34:13: oder auch so, dass Hip-Hop mit Schlager zusammenkommt.
00:34:16: Das wäre, das war ja so ein absolutes No-Go. Also wirklich ein No-No-No-No-Go.
00:34:21: Und das ist ja heute alles möglich.
00:34:24: Dann arbeitet eine Shirin mit Helene zusammen und ja.
00:34:28: Ja, ich hatte es auch in einer Apache-Doku gesehen,
00:34:31: fand ich auch ganz interessant.
00:34:32: Ich hatte ja, glaube ich, schon ein Jahr,
00:34:34: nachdem er seinen ersten Erfolg hatte, aufgezeichnet
00:34:37: und war da auch recht humble, so von wegen,
00:34:39: ja, jetzt hatten wir Erfolg und mal gucken, ob es weitergeht.
00:34:42: Da war ich auch überrascht.
00:34:44: War auch ein bisschen traurig tatsächlich zu sehen,
00:34:46: weil ich hatte auch das Gefühl,
00:34:47: er konnte das damals doch gar nicht so richtig genießen,
00:34:49: weil er schon irgendwie an das Ende gedacht hat.
00:34:52: Aber ja, ist auf jeden Fall interessant.
00:34:54: Du hast ja auch so viele Artists schon begleitet und Karrieren.
00:34:58: Die Baseballs haben ja auch, glaube ich, wenn ich mich nicht irre,
00:35:00: mal auch einen Podcast gemacht.
00:35:01: Aber dann weiß ich auch nicht, was die anschließend gemacht haben,
00:35:04: weil die haben den dann nicht mehr weitergemacht,
00:35:05: auch über das Musikbusiness, wenn ich mich nicht irre.
00:35:09: Ja, Jochen Schuster hat.
00:35:11: Der hatte ich auch im Interview.
00:35:12: Der hat, glaube ich, auch noch mit denen gearbeitet.
00:35:15: Ja.
00:35:16: Naja, ja, wir haben jetzt schon sehr viele Themen.
00:35:18: Wir können natürlich noch viel mehr, aber ich will das Gespräch auch gar nicht zu sehr ausarten lassen.
00:35:22: Wie war es denn für dich eigentlich dieses Bäumchen wechseln, was in der Musikindustrie auch häufig ist?
00:35:27: Das Wechseln von Universal zu Sony, ist das irgendwas, macht das was mit einem, was ja an sich natürlich die Konkurrenz ist?
00:35:34: Oder ist es so, ja, so ist es halt, das machen ganz viele.
00:35:39: Dadurch arbeitest du dich dann natürlich auch schneller hoch, weil dann kommt das Angebot von da.
00:35:42: Oder hat sich das für dich schon komisch angefühlt?
00:35:45: Also ich kann so im Nachhinein kann ich einfach so sagen, Universal war schon sehr, sehr prägend für mich und es fühlt sich auch immer, das ist so, ich habe es immer so verglichen, das ist so wie so deine Jugendliebe, die du hattest. Man hat ja danach auch trotzdem neue Partnerschaften und trotzdem erinnert man sich vielleicht noch an die Jugendliebe und so war das mit Universal.
00:36:04: Zu mir war ich da halt, wie gesagt, das war so meine erste Zeit in der Industrie.
00:36:09: Und da habe ich natürlich wahnsinnig viel gelernt.
00:36:11: Und es hat halt sehr viel funktioniert auch.
00:36:14: Die Zeiten waren gut zu mir.
00:36:15: Und es war auch insgesamt eine schöne Zeit.
00:36:18: Es waren auch viele, viele Erfahrungen, die ich dort machen konnte.
00:36:23: Positive als auch negative.
00:36:25: Aber im Sinne immer von, es sind alles Learnings.
00:36:28: Und das war sehr prägend.
00:36:29: Ich war, am Ende war ich ja elf Jahre bei Universal.
00:36:32: Und deshalb war es für mich auch wirklich tatsächlich erst mal komisch, als ich dann bei Sony gearbeitet habe, weil du hast schon komplett recht, am Anfang ist es ja so, du bist dann bei Universal und dann, okay, die Competitor sind dann halt Sony, bla bla bla.
00:36:44: Das war das Gute als Verlag, wenn ich zum Beispiel damals in München, als Sony noch in München war und mich da mit Record ANRs getroffen habe und dann durch die Gänge gegangen bin, haben einfach so fremde Leute mich random gegrüßt.
00:36:57: Und ich dachte, wow, die Sony war immer sehr nett irgendwie.
00:37:01: Grüß Gott.
00:37:03: Nein, ich habe schon Hochdeutsch gesprochen.
00:37:07: Keine Ahnung, Grüßen ist bei mir voll so ein Thema.
00:37:10: Und wie gesagt, als ich dann bei Sony angefangen habe, hat sich schon erst mal anders angefühlt.
00:37:15: Aber am Ende sind es dann doch die Menschen, mit denen du arbeitest.
00:37:18: Es ist dann das Team und das ist das, was hängen bleibt.
00:37:22: Das macht es dann halt auch aus und wo du dich wohlfühlst und wo dann auch langfristig dann auch noch Kontakt besteht, wenn du dann halt nicht mehr in der Firma bist.
00:37:31: Das war für mich dann am Ende immer das Entscheidende.
00:37:33: Und solange du keine Sorgerechtstreitrei mit deiner ersten Liebe in deine Kinder hast, ist ja auch gut.
00:37:40: Wobei das ja vielleicht auch jetzt, wenn du die Kataloge dann von früher aufkaufst.
00:37:44: Jetzt sind wir sowieso. Jetzt bin ich ja Feind.
00:37:48: Und wie war denn dann die Entscheidung von Sony,
00:37:50: dann in ein noch gar nicht vorhandenes Team mehr oder weniger zu wechseln?
00:37:53: Also du hattest noch gar keinen klaren, du dachtest,
00:37:56: okay, ich bin jetzt erst mal alleine und baue das Ding auf
00:37:58: und ich weiß noch gar nicht, wer wird da neben mir sitzen in meinem Team?
00:38:03: Ich habe mich ja nie wirklich allein gefühlt,
00:38:05: weil Believe gibt es ja schon sehr, sehr lang als Firma.
00:38:08: Believe Deutschland ist ja schon etabliert
00:38:10: und da arbeiten sehr, sehr viele Menschen.
00:38:12: Und mit denen habe ich ja permanenten Austausch.
00:38:14: Also mit denen habe ich täglich zu tun,
00:38:16: bloß dass ich halt auf einem anderen Feld unterwegs bin.
00:38:19: Also es war nie so, dass ich so das Gefühl hatte,
00:38:21: ich bin jetzt irgendwie ganz alleinig und baue jetzt hier was auf.
00:38:24: Es ist de facto dann schon doch so.
00:38:26: Trotzdem habe ich meine Sparingspartner, mit denen ich mich austausche und hinzukam.
00:38:31: Jene, der mich damals angesprochen hat, Peter McKemley, den ich aus alten Universal-Zeiten kannte, der mich gefragt hatte, Mensch Alex, wie sieht's denn aus?
00:38:39: Der kommt halt komplett aus meiner Kreativwelt und wir kennen uns seit Universal-Zeiten und das fühlt sich dadurch natürlich auch nochmal ganz anders an.
00:38:47: Und wenn ich irgendwelche Sachen habe und dann weiß ich, dass Peter mich sofort versteht und einfach weiß, wovon ich rede oder wenn ich mal irgendwie abkotzen muss oder was auch immer, dann weiß er sofort alles klar.
00:38:58: Und das ist halt schön, wenn du weißt, du hast einfach mit Menschen zu tun, die einfach wissen, was du tust und wissen auch, was so die Herausforderungen sind.
00:39:04: Und dann bin ich wirklich wahnsinnig nett empfangen worden.
00:39:08: Der hat mich gegrüßt einfach.
00:39:10: Ja, der hat mich gegrüßt, hat schon gereicht.
00:39:12: Die Leute in Liverpool, also Sandrick hat ja das Headquarter in Liverpool.
00:39:16: Und die waren so nett zu mir und ich dachte so, wow.
00:39:20: Und es hat sich jedenfalls alles sehr, sehr, sehr rund angefühlt.
00:39:23: Und dann habe ich gedacht, dann kann man das auch verkraften,
00:39:25: wenn man dann nicht nach drei Monaten,
00:39:28: sondern vielleicht nach sechs Monaten erst an den Start geht.
00:39:31: Hast du denn jetzt mittlerweile KollegInnen,
00:39:33: die auch bei Sony und Universal schon deine Kollegen waren oder nicht?
00:39:37: Jetzt bei mir im neuen Team.
00:39:39: Genau, hast du da ein paar rangeholt?
00:39:42: Nee, nee.
00:39:43: Du musst dir das ja vorstellen, also bei Universal,
00:39:45: da war ich ja vor gefühlt 100 Jahren, nein.
00:39:49: Und sie sind ja auch alle schon älter geworden
00:39:51: und ich brauche ja im LNA-Bereich junge Leute
00:39:55: und dann ist es dann auch nicht bei Sony
00:39:59: und auch nicht bei Universal,
00:40:01: sondern da habe ich dann in anderen Bereichen gefischt.
00:40:04: Ah ja, okay.
00:40:05: Hätte ich jetzt gedacht, dass das da vielleicht wäre.
00:40:08: Kannst du denn vielleicht nochmal sagen,
00:40:09: wen du jetzt schon unter Vertrag genommen hast?
00:40:12: Paar sind da ja, gestern warst du glaube ich auch auf Ben Zucker Konzert.
00:40:14: Genau, der spielt gerade seine Arena-Tour.
00:40:17: Kämpferherz war sein letztes Album.
00:40:18: Ist auch super gut gechartet, Platz 5 in die Albumcharts.
00:40:21: Und jetzt ist die entsprechende Tour dazu.
00:40:23: Hatte noch ein paar Termine vor sich.
00:40:25: War echt super, war gestern in der Uber-Arena.
00:40:28: Und ist ja lustig.
00:40:29: Und nächste, jetzt am Samstag, ist Holy Priest in der Uber Eats Arena.
00:40:34: Und da freue ich mich auch schon total drauf.
00:40:36: Auch ein Künstler, den wir gesigned haben.
00:40:37: Und die Woche drauf ist dann Epica,
00:40:40: also Symphonic Metal Band,
00:40:43: dann in der Kolumbiahalle.
00:40:46: Also du bist auch mit dem Booking cool.
00:40:48: Ich merke schon, dass deine Wochenenden auch gut geplant sind.
00:40:50: Total, total.
00:40:52: Das ist jetzt erstmal so volles Programm.
00:40:54: Genau.
00:40:55: Haben jedenfalls ganz gut Gas gegeben.
00:40:56: Natürlich auch Autoren gesigned.
00:40:58: Und also sprich, die ausschließlich als Autoren tätig sind
00:41:01: und auch Produzenten.
00:41:02: Und jetzt fängt am 2. März mein neuer ANA an,
00:41:07: wo wir jetzt auch den Kreativbereich ausbauen wollen.
00:41:10: Und das wird alles sehr spannend.
00:41:12: Du hast auch einen französischen Producer jetzt rein.
00:41:15: Wie kommst du dann auf so ein Thema?
00:41:17: Das ist ganz lustig, weil grundsätzlich ist es so,
00:41:18: dass eigentlich französische Kreative
00:41:21: natürlich in Frankreich gearbeitet werden.
00:41:22: Aber hier war eine spezielle Konstellation.
00:41:24: Und zwar, das ist über einen Co-Verlag an uns,
00:41:27: von einem deutschen Co-Verlag an uns herangetragen worden.
00:41:30: Und der halt diesen französischen Produzenten
00:41:34: halt auch auf dem deutschen Markt noch mehr etablieren möchte,
00:41:36: weil er in Frankreich halt sehr erfolgreich ist.
00:41:37: In dem Fall war das dann auch möglich, dass wir das machen können.
00:41:39: Und es ist tatsächlich so,
00:41:42: Ich hätte diesen Deal bei Sony und auch bei Universal nicht hinbekommen,
00:41:45: weil es sich dann auch herausstellte,
00:41:47: wir waren durch mit der Vertragsverhandlung
00:41:49: und dann schrieb mir der Produzent und meinte,
00:41:51: ich kann den Vertrag nicht unterschreiben.
00:41:52: Ich so, warum kannst du den nicht unterschreiben?
00:41:53: Da steht nicht das drin, was wir besprochen haben.
00:41:55: Ich sage, Chef, da steht alles drin, was wir besprochen haben.
00:41:58: Welche Punkte meinst du denn konkret?
00:41:59: Und dann habe ich meine französischen Kollegen angerufen.
00:42:01: Ich sage, ich könnte mir einen Gefallen tun.
00:42:02: Könnt ihr bitte mit ihm sprechen?
00:42:04: Ich kann kein Französisch.
00:42:06: Und dann haben die ihm das alles ganz genau erklärt.
00:42:07: Und danach war alles, es war wirklich eine Sprachbarriere.
00:42:11: Und das hätte, also auch wenn ich sehr nette Kollegen bei Sony Publishing in Frankreich hatte,
00:42:17: das hätte nicht funktioniert.
00:42:19: Kannst du mir mal kurz meinen Deal retten?
00:42:22: Und das ist natürlich, das fand ich natürlich sehr, sehr schön, dass das funktioniert hat.
00:42:26: Irgendwann, wenn unser Roster größer wird, wird das natürlich auch schwieriger.
00:42:29: Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es halt möglich.
00:42:30: Und dann nutzt man natürlich diese Möglichkeiten.
00:42:34: Was hast du denn noch an vielleicht Beispielen, wo du aus deinem Berufsleben gelernt hast
00:42:40: und den neuen Verlag quasi anders gebaut.
00:42:44: Also du hast ja gerade schon dieses mit dem Client.
00:42:46: Manager.
00:42:47: Genau, dass man da einfach einen anderen Ansprechpartner hat
00:42:50: und dadurch viele Sachen oder sogar automatisiert Sachen besser laufen.
00:42:54: Hast du vielleicht noch ein Beispiel, wo du gesagt hast,
00:42:55: ey, da bin ich immer drüber gestolpert
00:42:58: und endlich konnte ich es mal von Grund auf besser machen?
00:43:01: Also was ich tatsächlich eher finde,
00:43:03: und das hat tendenziell weniger was mit dem Verlag zu tun,
00:43:07: sondern es ist wirklich, ich liebe es, einfach transparent zu sein.
00:43:10: Also ich finde es einfach so wichtig, eine Partnerschaft auf Augenhöhe einzugehen, weil ich habe so oft immer das Feedback bekommen, dass wenn, keine Ahnung, wenn jetzt Co-Verlage oder auch Editionäre mit Verlagen gearbeitet haben und dann teilweise niemanden erreicht haben oder sie hatten ein Problem und dann wurde das einfach wegignoriert und das finde ich ganz schwierig, das finde ich einfach super, super schwierig, weil ich halt auch immer auf der anderen Seite gearbeitet habe und genau das kenne und ich weiß, wie das damals war und wie sich das angefühlt hat und das ist einfach nicht in Ordnung.
00:43:38: Es gibt natürlich seine Gründe, warum es so ist, weil wie gesagt, der Tag hat nur 24 Stunden und jeder versucht da auch halbwegs, unterstelle ich jetzt mal, sein Bestes zu geben. Aber es ist trotzdem so, dass es einfach möglich sein muss, wenn du eine Partnerschaft eingehst, dass Leute dich erreichen und dass, wenn ein Problem da ist, dass man da transparent halt auch drüber redet.
00:44:00: Und ich finde, jeder kann Fehler machen und auch wir können Fehler machen und es geht immer darum, wie gehst du damit um? Und ich habe viel gelernt, dass man auch Probleme aussetzen kann, ist auch eine Strategie und Taktik, das muss halt jeder für sich entscheiden, ob das für ihn die richtige Strategie ist.
00:44:18: Nochmal zur strategischen Planung, du hast auch gesagt, dass ihr zum Beispiel auch für die Strategie einen Kids Verlag gekauft habt, also quasi Kindermusik, was sind so grobe Überlegungen, wo ihr dann in diesem Jahr, im nächsten Jahr noch hin wollt?
00:44:29: Ja, also das war ganz lustig, weil wir halt auch überlegt haben, was können wir denn mit dem Katalog machen? Da sind halt so Lalebys drin und da hatte meine Kollegin Julia, die im Sunk-Bereich aktiv ist und meinte so, Alex, ich muss mal mit unseren Amis sprechen, die haben da bestimmt auch ganz gute Ansatzpunkte.
00:44:46: Und dann kam sie zurück und meinte, Alex, kannst du dir vorstellen, dass wir die für unsere ganzen Horror-Song-Pitches pitchen können? Nicht so, wow. Das hatte sich erstmal sehr weird angehört und dann war es am Ende so obvious, weil das halt auch irgendwie dann doch total gepasst hat und der Kitz Verlag hat sich halt auch super gefreut.
00:45:03: Und das war auch so ein Thema, wo wir relativ schnell Dinge konkretisieren konnten. Und das hat natürlich oftmals auch was mit Größe einer Firma zu tun. Und ich weiß noch, dass ich bei Sony mal den Kontakt zu Playstation brauchte.
00:45:22: Und das war halt, das war nicht so einfach. Also muss ich erstmal über verschiedene Wege gehen, um den Kontakt zu bekommen, obwohl wir eine Firma sind. Also es hat, wie gesagt, es hat alles seine Vor- und Nachteile. Du musst halt immer gucken, was brauchst du als Autor und als Autorin, was ist gerade zum jetzigen Zeitpunkt in deinem Leben wichtig.
00:45:38: Und das ist bei manchen, die sagen, ich brauche jetzt unbedingt das Geld, dann geh dann zu der Firma, wo du das meiste Geld bekommst. Dann andere sagen, ja, das ist wichtig, aber ich brauche jemanden, mit dem ich halt arbeiten kann, der ein Sparingspartner ist, der Sachen auf den Tisch bekommt und das mit mir sharen kann. Und dann gibt es auch Leute, die sagen so, boah, lass mich bloß zufrieden, ich möchte einfach nur, dass meine Abrechnung hinhaut und da gibt es halt einfach ganz viele Möglichkeiten.
00:46:01: Haben deine Kids die Playstation mittlerweile bekommen oder warten die immer noch?
00:46:05: Nein, die wurde nur geliehen und wird dann wieder zurückgegeben. Wir wollen hier kein Suchtverhalten fördern.
00:46:11: Sehr gut. Noch Tipps für Leute, die in die Musikindustrie wollen. Also klar, du bist schon eine Weile drin, aber du beobachtest ja auch oder auch die, vielleicht hast du ja sogar noch Jobangebote, die du hier raus posauen kannst.
00:46:23: Aktuell ist tatsächlich jetzt alles besetzt.
00:46:26: Wir wollen organisch wachsen.
00:46:28: Ich hatte auch überlegt, du kannst ja die Strategie fahren,
00:46:30: dass du dir erstmal den Personalapparat vollhaust.
00:46:34: Und dann musst du aber halt auch wirklich performen.
00:46:36: Dann müssen die Dinge halt auch aufgehen.
00:46:37: Oder ob man halt sukzessive wächst.
00:46:39: Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden.
00:46:41: Dieses Jahr ist erstmal alles da, wo es sein soll.
00:46:44: Und dann gucken wir mal, wie es im nächsten Jahr weitergeht.
00:46:47: Und jetzt habe ich deine Frage vergessen.
00:46:48: Einfach Leute, die in die Musikindustrie wollen.
00:46:50: Genau. Kreativ oder auf Business-Seite?
00:46:53: Auf Business-Seite.
00:46:54: Auf Business-Seite.
00:46:56: Okay, das ist auch so lustig.
00:46:58: Ich bin auf LinkedIn neu angeschrieben worden von einer Person,
00:47:01: die mich auch gefragt hat, was ich ihr empfehlen kann.
00:47:04: Und hat mich ganz random angeschrieben.
00:47:06: Und sie überlegt, ein weiteres Studium zu machen.
00:47:10: Am Ende ist es so, du musst einfach machen.
00:47:14: Und klar ist ein Studium nie verkehrt,
00:47:17: aber das garantiert dir null Erfolg.
00:47:19: Das Einzige, was ich finde, was sich auch immer ganz gut ausgezahlt hat, ist, wenn du zum Beispiel bei der Popakademie studiert hast, da hast du einfach, du kommst einfach mit einem riesen Netzwerk halt raus.
00:47:31: Und das Netzwerk ist ja das A und O, dass du einfach weißt, okay, wer ist am Start, wer ist da, wer ist da, mit wem kann ich sprechen?
00:47:38: Und das macht schon Sinn, wenn man so ein spezifisches Studium macht.
00:47:42: Ansonsten einfach machen.
00:47:43: Du musst machen und du brauchst was Interessantes.
00:47:46: Am Ende ist es nichts anderes als ein Künstler oder eine Künstlerin, die auch schauen muss, dass sie mit ihrem Content halt interessant ist.
00:47:51: Und du musst halt auch gucken, wie kannst du was Interessantes kreieren, was dann halt für die Musikbranche dann am Ende interessant ist.
00:47:58: Und sei das halt irgendwelche Skills oder du kommst halt mit Themen an, die spannend sein könnten.
00:48:03: Also einfach machen.
00:48:04: Oder du grüßt einfach sehr häufig.
00:48:06: Oder so. Bist halt super, super freundlich und fällst dadurch auf und öffnest dadurch gewisse Türen. Das kann auch sein, ja.
00:48:15: Ja, gut. Du hast noch die zwei abschließenden Fragen vor dir, dann sind wir durch.
00:48:20: Ja.
00:48:20: Deine Wünsche für die Musikindustrie?
00:48:22: Oh, boah, das ist eine gute Frage.
00:48:27: Ich hoffe, dass unter den aktuellen Umständen, was so künstliche Intelligenz betrifft,
00:48:35: dass es sich insgesamt in eine gute Richtung entwickelt,
00:48:39: dass gute Vergütungsmodelle gefunden werden
00:48:44: und dass uns KI nicht komplett überrollt
00:48:46: und wir
00:48:48: am Ende oder beziehungsweise die
00:48:49: Grundlage für Kreative immer
00:48:51: mehr genommen wird, indem halt KI-Songs
00:48:54: halt Spotify
00:48:56: überschwemmen und es gibt ja am Ende
00:48:57: immer nur einen Topf und der wird verteilt
00:49:00: und wenn dann halt so viele KI-Songs drin sind
00:49:02: und dann für die eigentlichen
00:49:04: Kreativen nichts mehr hängen bleibt und sie dann halt einfach
00:49:05: keine Grundlage haben mehr zum Leben, würde
00:49:07: ich das als extremst fatal empfinden.
00:49:10: Ich glaube, das ist
00:49:11: mein größter Wunsch am Ende.
00:49:13: dass einfach die technischen Entwicklungen sich positiv auswirken,
00:49:19: als dass sie am Ende zu negativ Impact auf uns haben.
00:49:25: Und was wünschst du dir für dich?
00:49:26: Für mich?
00:49:29: Ich wünsche mir...
00:49:33: PlayStation.
00:49:34: PlayStation.
00:49:35: Es ist ja insgesamt alles immer auch diese ganzen Chancen,
00:49:42: die man hat.
00:49:44: Trotzdem alles sehr zeitintensiv
00:49:46: und auch challenging.
00:49:48: Ich möchte einfach gesund bleiben.
00:49:50: Das ist mir total wichtig.
00:49:51: Ich könnte auf jeden Fall,
00:49:55: ich stelle fest,
00:49:55: ich bin sehr, sehr oft an meinem Laptop,
00:49:57: wo ich mir denke,
00:49:58: jetzt einfach mal eine Runde joggen gehen,
00:50:00: wäre ganz geil.
00:50:01: Wo mir dann immer die Zeit fehlt.
00:50:03: Und ich wünsche mir einfach,
00:50:05: dass ich es schaffe,
00:50:05: innerhalb der nächsten fünf Jahre
00:50:07: die Firma dorthin zu bringen,
00:50:10: wo ich sage,
00:50:11: damit bin ich zufrieden
00:50:13: und da würde ich definitiv sein.
00:50:15: Da hätte ich voll Bock drauf,
00:50:17: auf dieses Team und auf das,
00:50:19: was da ist und
00:50:21: was sie letztendlich anbieten.
00:50:22: Also einfach eine gute Alternative
00:50:26: haben
00:50:27: als Boutique-Publisher
00:50:29: im Vergleich zu anderen Verlagen, die in Deutschland am Start sind.
00:50:32: Und so Laptop auf
00:50:33: Laufband, ist das für dich eine Möglichkeit?
00:50:36: Ich finde ja tatsächlich,
00:50:37: ich bin ja wirklich, also schon als Mutter
00:50:39: da bist du einfach super multitaskingfähig.
00:50:42: Aber es ist irgendwann, also bin ich auch an so einen Punkt gekommen,
00:50:44: wo ich dachte, so immer drei Sachen auf einmal ist irgendwie auch nicht gesund.
00:50:48: Und ich möchte, wenn ich auf dem Laufband stehe,
00:50:51: dann möchte ich einfach meine Gedanken fließen lassen
00:50:53: und vielleicht über neue Dinge nachdenken und möchte nicht irgendwie,
00:50:55: okay, ich muss jetzt hier, obwohl ich mich eigentlich auf die Bewegung konzentrieren möchte.
00:50:58: Deshalb ist das dann nicht so wirklich eine Option.
00:51:01: Aber wie schaffst du dann doch noch ein bisschen Ruhe zu bekommen,
00:51:03: bis dein Kopf nicht explodiert?
00:51:05: Gute Frage.
00:51:07: Ich sag mal so.
00:51:09: Dadurch, dass ich ja irgendwann mich entschieden habe, dass neben meiner Musik halt auch ein anderer Bereich sehr wichtig ist für mich und zwar meine Familie, kriege ich zwangsläufig dadurch anderen Input und alles relativiert sich am Ende auch so.
00:51:23: Deshalb finde ich das immer so lustig, dass es tatsächlich einige Kollegen und Kolleginnen gibt in der Branche, die vieles immer so sehr bierernst nehmen. Und wo ich immer sage, Leute, wir sind doch auch, am Ende sind wir Teil dieses Games. Das sind nicht unsere eigenen Firmen, sondern wir arbeiten für diese Firmen. Und es ist unsere Lebenszeit, die wir in diesen Firmen verbringen. Und da kann man die doch irgendwie auch gut verbringen.
00:51:45: Und das ist auch immer der Grund, warum ich mal sage, wenn ich Partnerschaften eingehe, möchte ich Partner auf Augenhöhe haben und dass es sich halt für beide Seiten gut anfühlt. Und deshalb ist es mir auch wichtig, einfach transparent zu sein und dass jeder einfach nicht so gefühlt die Katze im Sack kauft, sondern ungefähr eine Idee hat, was passieren könnte so in den nächsten Monaten und Jahren. Alles andere ist irgendwie sinnlos für mich.
00:52:05: Würdest du sagen, dass eine Familie zu gründen zu haben, dann deinen Kopf sogar langfristig eher noch entlastet durch diese Perspektive, statt dass es einfach nur zusätzlich belastet, weil es ja nun mal auch mehr Felder sind, die du tun musst?
00:52:21: Boah, also entlastet, das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß nicht.
00:52:25: Ich meine nur den Kopf, nur dass du sagst,
00:52:27: weil hättest du jetzt keine Familie,
00:52:29: würdest du dich wahrscheinlich mehr auf deine Arbeit fokussieren.
00:52:31: Dementsprechend würde ich auch viel mehr, viel mehr bewegen.
00:52:35: Und indem du dich da auch gerade,
00:52:36: was ich am Anfang meinte mit Budget etc.
00:52:39: Dadurch, dass du das so ein bisschen entkoppeln kannst,
00:52:41: sagen kannst, was wirklich wichtig ist,
00:52:43: meine Gesundheit, meine Familie,
00:52:45: Arbeit natürlich auch, aber es ist halt Arbeit,
00:52:48: es ist ein Game, wie du sagst.
00:52:49: Ja, es ist schon, also das relativiert jedenfalls einiges
00:52:54: und es entspannt, also es entspannt mich schon.
00:52:57: Aber ich muss auch sagen, ich weiß nicht,
00:52:58: ob das durch meine Familie kommt
00:52:59: oder einfach, wenn man länger dabei ist.
00:53:01: Das ist wirklich, das ist das Allergeilste am Älterwerden.
00:53:04: Du wirst, also ich bin so viel entspannter geworden.
00:53:07: Wo ich immer sage, wie gesagt,
00:53:08: wenn du diesen inneren Glaubenssatz hast,
00:53:10: geht nicht, geht es nicht,
00:53:11: dann bist du die ganze Zeit auf Level, die ganze Zeit.
00:53:13: Und du willst einfach, dass Dinge funktionieren.
00:53:15: Und manchmal kommen die Dinge einfach,
00:53:17: die kommen einfach zu dir.
00:53:18: Und du musst es einfach zulassen
00:53:19: und musst dich einfach mal so ein bisschen entspannen.
00:53:22: Und das ist halt auch so eine wahnsinnig gute Erkenntnis. Und wenn es das eine nicht wird, dann wird es das andere und das kommt vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Und wenn es nicht kommt, dann sollte es einfach nicht sein. Dann ist es einfach so, wie es ist.
00:53:34: Und das Einzige, was man selber halt machen kann, du kannst immer nur versuchen, das Beste zu geben und dann ist es das. Dann ist es das einfach. Und entweder reicht das dann für die Person am anderen Ende aus oder es reicht nicht aus. Und am Ende ist es immer ein Energiefluss. Entweder die Energien passen oder die passen halt nicht.
00:53:57: Ich bin durch.
00:53:59: Wenn du dir noch was sagen möchtest.
00:54:03: Gut.
00:54:04: Das war lang.
00:54:05: Ja.
00:54:10: Es hat lange gedauert, von der Interviewanfrage ein bisschen aufzunehmen.
00:54:14: Aber es hat sich gelohnt, anzunehmen.
00:54:16: Ich finde, Alex Team ist eine sehr sympathische Gesprächspartner.
00:54:20: Er wirkt auf mich sehr oft.
00:54:22: Ihr könnt gut nachvollziehen, warum Artists ihr vertrauen und sich dann auch bei Vertragsgesprächen für sich entspricht.
00:54:28: Auch das kommende Interviews, da habe ich es Adjana zu gestern.
00:54:32: Sie hat fünf Jahre bei TuneInfo gearbeitet und studiert als Zielger Global Brand Manager.
00:54:37: Folgt dem ThemaTakt-Podcast und diese Faktion.
00:54:40: Lasst eine Bewertung bei den Podcasts auf das Volley-Faktor.
00:54:43: Das Volley-Faktor.
00:54:44: Wenn du die drei Punkte klickst, dann auf die Faktion.
00:54:46: Damit ihr die wichtigsten Punkte aus den Folgen nicht vergesst, abonniert auch den ThemaTakt Newsletter auf ThemaTakt.de.
00:54:53: Mein Name ist Tobias Wielinski, vielen Dank fürs Zuhören und bis bald.
00:54:56: You should wait
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