Charlotte Stahl über ihre Zeit bei TikTok und YouTube | Interview (1/2)

Shownotes

Charlotte Stahl war live dabei als TikTok zu DER Entdeckungsplattform der Musikindustrie wurde. Bei TikTok hat sie fast 6 Jahre lang gearbeitet. Dort ist Charlotte als Artist Relations Managerin gestartet und 2 Jahre später befördert worden: erst zur Head of Music Operations Dach und anschließend zur Head of Music Partnerships für Europa, den Nahen Osten und Afrika.

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In diesem Interview geht’s darum, was diese Stationen für Charlotte bedeutet haben und auch um ihren Weg in die Musikindustrie. Bevor sie bei TikTok war hat sie nämlich mehr als 3 Jahre lang für einen weiteren sehr großen Player gearbeitet: YouTube. Es geht außerdem um ihre Arbeit bei Sony Music und ihr Studium in London.

Bei so vielen wichtigen Themen reicht natürlich nicht eine einzige Folge. Deswegen erwartet euch kommende Woche eine zweite Folge mit Charlotte Stahl. Also am besten dem ThemaTakt-Podcast folgen, damit ihr den zweiten Teil nicht verpasst. Um auf Nummer sicher zu gehen, könnt ihr auch den Newsletter abonnieren - unter ThemaTakt.de. Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem Interview! Das übrigens Charlottes allerestes Podcast-Interview ist!

Kapitel:

00:00:00 Intro 00:02:15 Interview-Start 00:05:40 Weg in die Musikindustrie - Studium Medienmanagement 00:08:10 Arbeit bei Sony Music Entertainment im Business Development 00:08:46 Fokus auf YouTube 00:16:01 International Marketing-Studium in London 00:26:24 Arbeit bei YouTube in London 00:33:13 Launch von YouTube Music 00:36:24 YouTube-Tipps für Artists 00:39:56 YouTube-Kommentare - Liebe & Hass 00:49:19 Leben in London 00:56:01 Pause nach dem Burnout 01:00:03 Artist-Relations-Arbeit bei TikTok (2020) 01:11:41 On-Boarding-Kampagnen (Raf Camora) bei TikTok

Über ThemaTakt ThemaTakt ist der Podcast für die Musikbusiness-Karriere. Ihr lernt die Leute hinter euren Lieblings-Songs kennen. In Interviews geben Manager:innen, Producer und Artists Einblick in die Musikindustrie, das HipHop-Business und ihren Lebensweg. Es geht darum, wie man mit den Veränderungen in der Musikbranche mitgeht und sie aktiv gestaltet. Neue Folgen erscheinen monatlich. Folgt dem Podcast um keine Folge zu verpassen.

Intro-Voice: Henrike Möller Musik: Benethy Interview & Produktion: Tobias Wilinski

Genannte Namen:

Chop Suey (System of a Down) Unwritten (Natasha Bedingfield) Jassin What’s for beats Christoph Behm (CEO Sony Music GSA) Shirin David Die Lochis Ken Ogihara Andreas Hänisch Linda Döhler Marteria Raf Camora Helene Fischer Apache 207 Luna („Verlierer“) Montez („Auf und Ab“) Nina Chuba („Wildberry Lillet“) Reeperbahn Festival Domiziana Ski Aggu

Transkript anzeigen

00:00:00: Es war eine Traumstelle.

00:00:02: Und wie krass wurde ich dafür belohnt, es dann zu wagen?

00:00:06: Was war die Belohnung?

00:00:08: Das krasseste Karrierekapitel in meinem Leben bisher.

00:00:11: Für mich hatte das so das Gefühl ... Wie ein junger Hund, den man von alleine lässt, der rumlaufen kann und springen und spielen und sich richtig austoben.

00:00:22: Das war einfach super spannend, weil man da auch schon ein paar Monate nachdem ich angefangen hab gemerkt hat was das ... für eine gravierende Veränderung im Markt auch bringt.

00:00:33: Also wenn ich mir heute angucke, wie ich mein Leben damals gestaltet hab und wie wenig Pause nicht gemacht habe, möchte ich mich wirklich schütteln.

00:00:42: Ich wusste schon immer, ich möchte in dieser Welt sein beruflich aber jetzt nicht im Vordergrund sondern ich möchte diese Artist-Community oder ja dieser Musikwelt die mir so viel gibt, möchte irgendwas zurückgeben.

00:00:57: Der Hip-Hop Business Podcast mit Tobias Wilinski.

00:01:02: Charlotte Stahl war live dabei, als TikTok zu der Entdeckungsplattform der Musikindustrie wurde.

00:01:09: Bei TikTok hat sie fast sechs Jahre lang gearbeitet.

00:01:12: Dort ist Charlotte als Artist Relations Managerin gestartet und zwei Jahre später befördert worden.

00:01:19: Erst zur Head of Music Operations Dach und anschließend zu Head of Music Partnerships für Europa, den Nahen Osten und Afrika.

00:01:28: In diesem Interview geht es darum was diese Station für Charlotte bedeutet haben – auch um ihren Weg in die Musikindustrie!

00:01:35: Bevor sie bei TikTok war hat sie nämlich mehr als drei Jahre lang für einen weiteren sehr großen Player gearbeitet –

00:01:41: YouTube.

00:01:43: Es geht außerdem um ihre Arbeit bei der Sony Music Group, ihr Studium in London und ihr Burnout.

00:01:49: Bei so vielen wichtigen Themen reicht natürlich nicht eine einzige Folge, deswegen erwartet euch kommende Woche eine zweite Folge mit Charlotte Stahl.

00:01:57: Also am besten dem ThemaTakt Podcast folgen damit ihr den zweiten Teil nicht verpasst!

00:02:02: Um auf Nummer sicher zu gehen könnt ihr auch den Newsletter abonnieren unter thematak.de.

00:02:08: Jetzt wünsche ich euch viel Spaß mit dem Interview das übrigens Charlotte's allererstes Podcastinterview ist.

00:02:15: Alles mal herzlich willkommen Charlotte Stahle.

00:02:18: Vielen Dank für die Einladung.

00:02:19: Du hast im Vorgespräch schon gesagt, dass du Karaoke in Kolumbien gesungen hast, Chop Sui ausgewählt und richtig Party dazu gemacht?

00:02:26: Wäre das auch dein allererster Song den du auswählen würdest bei Karaoke oder wäre da eigentlich noch einer davor?

00:02:31: Boah!

00:02:33: Da war noch eine davor, das ist so mein Standardsong mit dem Karaoke.

00:02:36: Das ist Unwritten von Natascha Bedingfield.

00:02:40: Ja es war auch ein... Tiktok-Hit, oder?

00:02:42: Weil ich hatte mich gewundert, dass es auf einer Party gespielt wird.

00:02:46: Woher kennen die Leute den Song und meinte, das ist noch mal auf TikTok großgegangen.

00:02:51: Der hat ein unfassbares Comeback.

00:02:54: Funktioniert immer.

00:02:55: Kannst auf jeder Hausparty anmachen.

00:02:57: Die Leute rasten aus.

00:02:59: Aber lag jetzt nicht da an dir, dass das bei Tiktoks Abgängen mitanretten ...

00:03:04: Nein!

00:03:05: Kein Knopf gedrückt.

00:03:07: Deine Karaoke-Version hat die Rolle losgelöst?

00:03:11: Nee, ich weiß tatsächlich gar nicht wo dieser Trend oder wie er den Ursprung hatte aber war sehr gewaltig.

00:03:17: Hast du denn ein Song, das wäre auch noch so eine Einstiegsfrage.

00:03:20: Ich stelle einfach beide, denen du über TikTok entdeckt hast und wurde dann dadurch auch Fan geworden bist von Künstlern, Künstlerinnen und vielleicht sogar auf Konzert gewesen bist was irgendwie mehr ausgelöst hat als cooler Song.

00:03:34: Das ist eine spannende Frage.

00:03:36: Ich glaube, ich hab durch meine Arbeit und auch durch TikTok selbst viele Arte sind, die ich vorher nicht kannte.

00:03:43: Aber oftmals war es dann so, dass sobald da was am Bubbeln war, dass die Leute auf uns zugekommen sind.

00:03:50: Also gerade aus der deutschen Musikbranche waren sie schon in meinem E-Mail-Postfach, bevor Sie auf meiner For You Page waren.

00:03:58: Aber ein Beispiel grade aus der deutsche Musikbranche dessen Video ich auf meiner For You-Page hatte komplett hooked war.

00:04:06: Ich glaub, ich hab mir das Video in dem Abend fünfzigmal angeschaut und dann auch gesucht habe.

00:04:12: Gibt ja schon irgendwas von dem.

00:04:13: In dem Moment gab es das noch nicht aber einige Wochen später kam dann jemand auf uns zu.

00:04:19: Und dann war ich bei so einem ganz kleinen frühen Konzert und bin auch wirklich Fan geworden.

00:04:25: Ja ist auch bei Unreleased gewesen, ne?

00:04:27: Das war auch ein Beispiel dass sie da früher war.

00:04:30: nur zur Social Media Plattform Überhaupt viel oder durch deine Arbeit eigentlich weniger und versuche sich dann eher davon wegzuhalten, weil du merkst das dir vielleicht doch ein bisschen deine Arbeitszeit raubt.

00:04:43: Ja viele Leute stellen sich ja mein Job vorherigen Job so vor als ob ich da den ganzen Tag sitzen würde und TikToks schauen.

00:04:51: es ist erstaunlich wenig der Fall.

00:04:54: also Natürlich gehört es auch dazu.

00:04:58: Gerade in meiner ersten Rolle bei TikTok als Artist-Partnerships Managerin wollte ich natürlich immer checken, was die ganzen Artists so machen und was da los ist.

00:05:06: Und muss natürlich auch selber die Plattform verstehen wie sie funktioniert, auch in der Tiefe aber ... In meinem Alltag hab' ich gar keine Zeit dazu.

00:05:16: also die allermeiste Zeit geht drauf für Meetings, für E-Mails, für sämtliche andere Dinge, sodass man da echt kaum Zeit hat, wirklich mal TikTok zu schauen.

00:05:28: Ich hab aber dann auch außerhalb der Arbeit immer mal gerne so eine Session gemacht.

00:05:32: Aber insgesamt würde ich sagen, ich schaue das tatsächlich weniger als man denken würde.

00:05:37: Es ging mir davor bei YouTube, gingen mir das auch so.

00:05:39: Okay.

00:05:40: Willkommen zu allem!

00:05:41: Aber deine erste Station, also du hast Musikmanagement studiert?

00:05:46: Ja, ähm ... ich wusste eigentlich schon während er Schulzeit, wo ich wirklich auf jedes Konzert gerannt bin.

00:05:52: All meinen Geld dafür ausgegeben

00:05:53: habe.

00:05:54: Linken Park mit sechzen sogar meinest du?

00:05:56: Und der andere war so eines der vielen Konzerte, um den nicht wahr damals ... war Linkenpark ja.

00:06:01: Es war wahnsinnig toll!

00:06:03: Aber das Musik war schon immer ... Das war einfach mein Ding.

00:06:07: Das war meine Leidenschaft.

00:06:09: Ich glaube wie viele in der Musikbranche eine Zeit lang selber Musik gemacht.

00:06:14: Was war das?

00:06:15: Instrument gesungen auch?

00:06:16: Ich spiel Klavier.

00:06:18: Spiel ich auch heute noch, aber nur noch so ein bisschen für mich selbst.

00:06:21: Aber es ist ein sehr schönes Instrument!

00:06:23: Aber du wolltest mal auch Musik veröffentlichen?

00:06:26: Nee,

00:06:27: da hab' ich tatsächlich nie drüber nachgedacht, also Musik mit anderen Menschen gemeinsam zu machen, so hobbymäßig... Das ist wirklich eine große Freude, hat doch total Spaß gemacht.

00:06:35: Wir haben's mal bis ins Logo geschafft, bist in den kleinen Hamburger Club ja auch auf so kleinen Festivals mal gespielt.

00:06:42: Ne das hat total viel Spaß gemacht, aber ich wusste schon immer Welt sein auch beruflich, aber jetzt nicht im Vordergrund.

00:06:49: Sondern ich möchte dieser Artist-Community oder ja diese Musikwelt die mir so viel gibt, möchte ich irgendwas zurückgeben und als sich dann diesen Studiengang Medienmanagement mit Schwerpunkt Musik gesehen habe war das relativ klar für mich dass es die erste Wahl wird.

00:07:09: Und dein Ziel war denn auch eigentlich das Management von Artists?

00:07:13: Oder hattest du da noch nicht so einen klaren Weg?

00:07:15: Tatsächlich war mein Ziel damals die Live-Branche.

00:07:18: Ich dachte, ich möchte Bookerin werden, weil eben Konzerte total mein Ding waren nur um dann in einem Praktikumsinterview festzustellen, dass es ja auch eigentlich echt viel Logistik und so Projektmanagement ist.

00:07:34: Und doch gar nicht das war was ich mir vorgestellt hatte.

00:07:40: Während meines ganzen Studiums ... War so die übergeordnete Frage.

00:07:45: Die alten Wege funktionieren nicht mehr, niemand kauft mehr CDs.

00:07:48: Wir kommen gerade aus dem Piraterie-Zeitalter oder sind eigentlich immer noch drin.

00:07:53: Das war so zwölf, da gab's noch nicht mal Spotify Premium in Deutschland.

00:07:59: Sondern genau übergeordhnete Frage war was gibt es für neue Wege?

00:08:03: Wie kann man als Künstlerinnen Geld verdienen?

00:08:07: Wie geht das weiter und wie kommen wir aus dieser Krise heraus?

00:08:10: Ja, da hat es so angesetzt kam mir meinen Praktikumsplatz damals bei Sony und sozusagen mein erster Job sehr gelegenen.

00:08:18: Das war New Business, Business Development.

00:08:20: einfach die Frage was gibt es da draußen für spannende Geschäftsmodelle?

00:08:26: Für Innovationen, die wir ins Kerngeschäft integrieren müssen.

00:08:29: Und vor meiner Zeit war das zum Beispiel auch so etwas wie iTunes oder sowas.

00:08:33: Es war auch mal irgendwie ein kleines neues Ding, was dann aber integriert wurde.

00:08:39: Zu der Zeit, wo ich bei Sony war, war gerade dieses Thema Musikvideos auf YouTube.

00:08:44: Das war neu, das waren wir interessant.

00:08:48: Musikfernsehen war tot.

00:08:50: Immer mehr Leute haben ihre Inhalte zu YouTube gebracht und es war damals auch für erste Partner aber nur einzelne große Partner möglich damit Geld zu verdienen.

00:09:02: Aber keiner wusste wie's funktioniert.

00:09:03: also hab' ich mich als kleine Praktikantin da fleißig reingearbeitet und hatte dann plötzlich diesen Hut auf, dieses YouTube-Expertin in der Musikindustrie.

00:09:13: Um dann festzustellen, dass das eine sehr ... gefragte Expertise ist.

00:09:19: Gab's damals auch noch Tape TV?

00:09:21: Und wie, wo gab es auf jeden Fall zu dem Zeitpunkt?

00:09:24: Ja

00:09:24: doch, es gab so verschiedene andere Videoplattformen die damals noch aktiv waren und irgendwie versucht haben auch ähnliches Angebot zu schaffen

00:09:34: Aber das sich komplett auf YouTube konzentriert

00:09:36: da?

00:09:37: In meinem Fall war ich dann wirklich sehr viel Nischenwissen.

00:09:40: Da hatte auch, was das Backend angeht und was so den Kanalaufbau angeht.

00:09:46: Aber während meiner Sony-Musiczeit durch verschiedene Zufälle da ein bisschen reingerutscht ... Manchmal gibt's also Schlüsselmomente, wo man nach Feierabend zufällig noch da war.

00:09:59: Und dann wurde irgendein Passwort gesucht Mitternacht und haben einen YouTube-Kanal eingerichtet.

00:10:05: Aber dann ist man plötzlich drin!

00:10:08: Okay, weißt du noch, welchen Kanal du unter anderem aufgemacht hast?

00:10:12: Ich hab mich nicht selber aufgemachten, aber es war ein großes Projekt damals der hieß What's For Beats eines der ersten YouTube Original Premium Formate, wenn man so will.

00:10:23: Das war ein Kochshow.

00:10:24: Und das war einer dieser ersten Versuche während Premium Format auf YouTube auch zu zeigen, was auch ganz spannend ist, weil ... komplette TV-Produktion, die da aufgelaufen ist.

00:10:36: Nur um dann später so über die Jahre festzustellen, dass teurer nicht unbedingt besser ist für so Plattformen wie YouTube.

00:10:43: Aber das war jetzt in deiner YouTube Zeit?

00:10:45: Nicht in der Sony Musiczeit?

00:10:46: Das war meine Sony Music Zeit tatsächlich noch.

00:10:48: Das Format war von Sony Music.

00:10:50: Das war ganz zum Anfang.

00:10:52: Okay... Wir kamen dir zu einer Kochshow oder war da irgendein Artist ...

00:10:57: Sonja hatte auch eine Entertainment Abteilung Also ein Entertainment und auch eine Comedy-Abteilung.

00:11:02: Und das Team, in dem ich war, New Business, Business Development, es war Labelübergreifend also.

00:11:09: Das war ganz lustig wie ich dann plötzlich dieses Nischenwissen hatte und bei den ganzen Labels intern rumgelaufen bin und denen quasi so Schulungen gegeben habe.

00:11:20: Wie man seinen Kanal aufsetzt ... Ein paar von deren großen YouTube Kanälen hab ich damals erstellt.

00:11:28: sich auch noch in der UAL, dass es noch so diese Label-Accounts war die wir damals aufgesetzt haben.

00:11:34: Ja

00:11:34: irgendwann war's.

00:11:35: dann aber gab's noch dieses Beilsatz noch Vivo und sowas und jetzt gibt's ja auch die automatisch erstellten Artists Accounts da irgendwie noch was dabei haben also sind schon vier bei YouTube

00:11:45: Genau!

00:11:46: Diese automatische erstellte Artistikans.

00:11:48: das war eine große Änderung die dann passiert ist während ich bei Youtube war

00:11:51: Als du bei Sony Music war, da war ja wahrscheinlich noch das Problem mit der Game an Viel später erst.

00:12:01: Da gab es damals ein ... ganz cleveres Workaround, was fast zu Industrie-Standard war.

00:12:10: Aber dementsprechend war die Freude dann sehr groß als Anfang des Jahrzehnts an die Einigung kam.

00:12:15: Da hatte ich gerade bei YouTube angefangen.

00:12:17: Perfektes Timing auch?

00:12:19: Ja!

00:12:20: Das war toll, das war ein großer Moment und ich erinnere mich noch sehr gut an die ... an die Party von YouTube in Berlin als das dann, als die Ernährung da war.

00:12:30: Also die Jüngeren unter den Zuhörerinnen werden es nicht mehr wissen.

00:12:34: aber damals war's dann ganz oft dass man ein Video angeklickt hat und dann hieß es, das Video ist in diesem Land nicht verfügbar weil eben noch nicht die Auszahlungen so geklärt waren eine höhere Aushaltung wollte und das jahrelang gedauert hat, glaube ich bis es dann geklappt hat.

00:12:53: Also US-Artist konnte man sich ganz gut noch angucken.

00:12:56: oftmals aber sobald sein Video deutschsprachig wurde ging das nicht und da musste man zum Beispiel zu Vivo wechseln oder anderen Plattformen wo das dann irgendwie schon ging.

00:13:06: Aber gute Sony Music hast du dann innerhalb eines Jahres ja schon viel erlebt.

00:13:11: dein Praktikum war schon innerhalb des Jahres?

00:13:14: Oder war danach.

00:13:16: Also warst du ein paar Monate Praktikantin und dann noch einen Jahr bei Sony, oder war das alles in einem Jahr?

00:13:22: Das war alles in meinem Jahr.

00:13:23: Ich war, ich glaube, acht Monate Praaktikatin.

00:13:27: Wir haben es ein bisschen verlängert, mein Pflichtpraktikum einfach, weil so eine gute Zusammenarbeit war.

00:13:33: Und danach war ich noch Werkstudentin.

00:13:35: Mhm.

00:13:36: Aber aus dieser Sony-Zeit ist es wirklich Wahnsinn was in diesem kurzen Jahr da alles passiert ist und wie nicht alles kennengelernt hat ... prägendes Jahr und viele Leute, die ich aus dieser Zeit kenne.

00:13:48: Mit denen bin ich heute entweder noch gut befreundet oder man hat sich immer wieder getroffen ... Oder ja, man arbeitet heute irgendwie zusammen in einem oder anderen Weg.

00:13:58: Es war eine superprägende Zeit, aus der ich viele entscheidende Leute auch immer noch kenne!

00:14:04: Lustigerweise habe ich auch meine letzten zwei Monate bei Sony damals als Werkstudentin an Christoph Wiem reported, der ja heute CEO von Sony Music ist.

00:14:14: Ach Chris okay Du bist Ur-Hamburgerin und bist dann damals nach München gezogen, dein erster großer Umzug.

00:14:20: Also für Sony Music?

00:14:21: Genau!

00:14:22: Das war mein erstes Mal von zu Hause weg das erste mal aus Hamburg raus.

00:14:26: ein Jahr in München waren Abenteuer Und als Hamburgerin dachte ich danach so Boah nie Bayern Ich weiß ja nicht aber hatte eine wahnsinnig gute Zeit

00:14:36: Aber hattest du Bedenken davor runterzuziehen?

00:14:38: also abgesehen von dass es Bayern ist auch so überhaupt weg ziehen und als Praktikanten verdient man jetzt ja auch nicht Super viel Geld und München ist ja schon ein bisschen teurer, auch dieses Ganze.

00:14:48: Wie stemm ich das überhaupt?

00:14:49: Ist ja auch ein Problem ...

00:14:52: Das ist durchaus ein Problem!

00:14:53: Ich hatte großes Glück, dass Verwandte von mir in München wohnen, bei denen ich auch solange gewohnt habe.

00:15:00: Also mein Onkel und meine Tante wohn so außerhalb von München oder einer Vorstadt.

00:15:07: heißt, ich bin dann immer auch nach jedem Konzert, nach jeder Party mit dem Nachtbus oder verschiedenen Nachtbussen darausge- was mir aber überhaupt nichts ausgemacht hatte.

00:15:17: Ich war zwanzig, ich hatte Bock.

00:15:20: Zwar ein sehr aufregendes Jahr.

00:15:22: Und dann ging es zurück und du bist zu Roba Music Publishing gegangen?

00:15:27: Genau mit besagtem Nischen-Expertenwissen im YouTube Bereich.

00:15:33: War's tatsächlich so, dass das von vielen Firmen gefragt war.

00:15:37: Und Roba damals eben auch diesen Bereich gerade ausgebaut hat und jemanden mit genau diesen Skills irgendwie brauchte.

00:15:45: Ich bin ja nicht so wahnsinnig lange geblieben, waren aber auch wertvolle Erfahrungen.

00:15:50: Ihr hattet dann meine ersten zwei kürzeren kleineren Jobs in Hamburg und genau dieser Sparte.

00:15:59: Okay!

00:16:00: Dann bist du aber auf die Idee gekommen, jetzt mache ich mein Studium, mein Master ... Als lang gedauert bist die Waldern auf London viel?

00:16:10: Ach das war ein bisschen das Ausschlussprinzip.

00:16:14: Zuerst hatte ich mich in Deutschland auf den Master beworben, der sehr nah an meinem Bachelor dran war.

00:16:21: Was dann ein bisschen bizarrer war ... In Deutschland hast du dieses konsekutive System.

00:16:25: Du kannst nur einen Master machen, der direkt auf dein Bachelor aufbaut und da gab's so minimale Abweichungen.

00:16:35: Obwohl ich in meinem Bachelor irgendwie Jahrgangsbeste war, wurde ich in diesem Master gar nicht angenommen, wo ich dachte, okay, danke!

00:16:41: Dann geh ich ins Ausland.

00:16:42: Welcher

00:16:43: Master wär's gewesen?

00:16:45: Ich glaub, das war International Business ... Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher!

00:16:49: Und im Ausland bist du aber wesentlich flexibler was die Auswahl deiner Studiengänge angeht.

00:16:56: Der Master geht auch nur ein Jahr in den meisten Ländern und solange du das begründen kannst, warum du irgendeinfach studieren möchtest, bist du da sehr viel freier, dass noch mal ... anders zu gestalten.

00:17:10: Bei meinem Master in international Marketing, ich muss sagen mir ging es hauptsächlich darum dann ein Jahr nach London zu gehen.

00:17:17: Es war irgendwie zweitragig was sich studiere aber mein Gedanke war dass ich mich noch mal breiter aufstelle als nur Musikmanagement oder Medienmanagement und Marketing ist tatsächlich für mich ein sehr spannender Bereich weil du das ja auch auf alles mögliche anwenden kannst also auf Firmen, auf Artists Die selber auf irgendein Land.

00:17:40: Das war ein super spannender Studiengang, aber ich wusste dann, ich will ins Ausland gehen.

00:17:45: Englisch sprachiges Ausland macht Sinn, weil die Sprache schon einige am Assen gut spreche.

00:17:52: Ich wollte jetzt nicht auf Spanisch studieren oder so und dann war mir USA oder Australien oder sowas ein bisschen zu weit weg.

00:17:59: Dann fiel die wahr auf England und wenn England ... dann schon London!

00:18:03: Und du warst ja auch schlechtes Wetter aus Hamburg gewohnt, da ist es keinen Unterschied mehr.

00:18:08: Das

00:18:08: ist ein Vorurteil.

00:18:09: Das Wetter in England ist nicht so schlecht wie man denkt.

00:18:13: Also ich dachte, dieses Hamburger ist kein Vorurteil?

00:18:16: Nee leider nicht.

00:18:20: Aber genau so viel.

00:18:21: die Wahl auf London wurde auch an verschiedenen Unis angenommen aber ... Ich hatte diesen Traum nachdem mein Bachelor-Studium ... das hatte eher so einen Bürocharakter als eine Privatuniver für die ich Gott sei Dank nach der Schulzeit einen Stipendium bekommen habe, sonst hätte ich das nicht machen können.

00:18:41: Genau nachdem meine Uni während des Bachelor's aussah wie so ein modernes Büro wollte ich einfach ... Ich wollte eine alte tolle Uni mit einem großen Hörsaal.

00:18:52: Harry

00:18:52: Potter Style?

00:18:53: Genau!

00:18:55: Nur um dann festzustellen, Kingz hat solche Hörsäle Das passt da total gut rein, aber kurz vorher hab ich festgestellt, dass mein Campus auf der anderen Seite der Temse ist und ein bisschen anders aussieht.

00:19:07: Im Bürokomplex?

00:19:08: Nicht ganz!

00:19:09: Aber so ein ... ja, semi-schönes siebziger Jahre Gebäude.

00:19:14: Mhm.

00:19:15: Aber es war wirklich eine grandiose Zeit.

00:19:17: Ganz großer Traum irgendwie überhaupt ins Ausland zu ziehen nach London zu ziehen.

00:19:24: das... Ja, war ein ganz entscheidender Schritt für mich.

00:19:27: Ich kannte mir niemanden in meinem Umfeld der so was gemacht hat oder so.

00:19:32: Niemand hat das vorgelebt fürs Studium ins Ausland zu gehen oder zumindest niemand aus meinem Engeren.

00:19:39: Kreis geschweige denn aus meiner Familie.

00:19:41: Ich kenne

00:19:41: jetzt auch eher Leute die halt nach dem Abi, ne?

00:19:44: Ja ich war ja auch Zivi in Frankreich und das war häufiger oder mein Bruder war Zvi in Kolumbia meine Schwester war im Bolivien auch FSJ damals und so.

00:19:53: Die hatten mir das vorgelebt.

00:19:54: aber... ein Studium im Ausland.

00:19:58: Außer eine sehr gute Freundin, die ist aber auch deutlich später.

00:20:01: Die hat eine Bankausbildung gemacht und ist an den Holland studieren gegangen.

00:20:05: Psychologie?

00:20:05: Aber ich glaub auch weil da die Hürde für Psychologie bisschen niedriger war als in Deutschland.

00:20:12: Ja tatsächlich also aus Medizin hört man das ja häufiger.

00:20:16: Also mittlerweile kenne ich durchaus einige Leute, die auch im Auslands studiert haben.

00:20:21: Für mich war das damals ein sehr großer Schritt.

00:20:25: Es hat sich dann alles so ganz gut zusammengefügt.

00:20:29: Er hatte eine tolle Unterkunft, die International Hall was ein Studierenden wohnheim ist und mit Auslandsbarvogel und meinem Ersparten habe ich das alles für mich ganz gut über die Bühne gebracht.

00:20:43: Und vor allem auch echt Leute aus aller Welt kennengelernt.

00:20:47: also dieser Schritt nach London zu ziehen hat mein Horizont unfassbar erweitert weil ... Man in diesem Schmelztiegel der Kulturen ist, wo Leute einfach aus allen möglichen Ländern zusammenkommen.

00:20:59: Aber wirklich so auf Augenhöhe und man ganz neu reflektiert, wenn man sein Leben lang in Deutschland gelebt hat was eigentlich normal ist und was nicht auch an kulturellen Gebenheiten.

00:21:14: also eine unfassbar wertvolle Zeit.

00:21:16: dieses Masterstudium

00:21:18: Hatte die Entscheidung nach München zu ziehen, auch schon einen gewissen Einfluss darauf.

00:21:23: Ich hab München gepackt und zwar verwandt in der Nähe, was ein kleiner Sicherheitsanker ist.

00:21:29: aber London pack ich auch weil es ja auch ein Wegzug ...

00:21:35: Ich glaub da habe ich gar nicht so groß drüber nachgedacht.

00:21:39: Ja also vielleicht hatte ich das Vertrauen, weil's in München so gut geklappt hat.

00:21:43: Da hatte ich ab Tag eins bei Sony halt eine Riesen- Gang an anderen Praktikantinnen und Azubis um mich rum, mit denen ich da noch super viel gemacht hab.

00:21:54: In denen ich teilweise auch immer noch richtig eng befreundet bin jetzt dann seit mittlerweile fast vierzehn Jahren in London war es genauso also ein paar Leute kannte ich das schon aber auch ab Tag eins in meinem Studierenden Wohnheim dann in meinem Studiengang und dann später bei YouTube.

00:22:16: Da kam man quasi ins gemachte Nest.

00:22:18: Es wurde einfach so vorgesetzt, hier ist da eine neue Gang!

00:22:24: Ja, da gab es tolle Anknüpfungspunkte von vorne rein und ich glaube wenn man da wirklich von Anfang an so tolle Leute um sich rum hat dann macht das sehr einfach in einer neuen Stadt anzukommen.

00:22:37: Aber ja ins Ausland ziehen ist noch mal ... Mehr Atmen sag ich mal, weil man natürlich auch dann braucht einen Konto und muss sich melden.

00:22:45: Und man muss irgendwie verstehen wie die Dinge da funktionieren.

00:22:50: Aber das war noch vor dem Brexit oder?

00:22:51: Das war ... Zwei-tonsundfünfzehn ein Jahr vor dem, vor dem Brexit.

00:22:55: Ich war dann gerade durch mit meinem Master als ...

00:22:58: Du fast abgeschult wurde es.

00:23:01: Genau für den Brexite gewoted habe.

00:23:03: Ich war auch richtig sauer.

00:23:05: Natürlich, und ich hab's auch nie damals gar nicht kommen sehen, dass jemand unterstützt hat.

00:23:13: Deswegen war ich damals auch ganz gut schockiert und mitgenommen, genau dieser Prozess sich in einem neuen Land einzufinden und herauszufinden wie die Dinge funktionieren und dann wirklich Schritt für Schritt sein Leben da aufzubauen.

00:23:28: Das kann zwar überfordern sein aber es macht wahnsinnig Spaß.

00:23:32: also rückblickend waren gerade diese Phasen wo ich alles ... neu aufstellen musste, also irgendwie Wohnort oder Arbeitsstädtestudium.

00:23:43: Wo ich mir irgendwas Neuerarbeiten musste.

00:23:46: diese Zeiten waren immer rückblickend richtig cool weiter.

00:23:49: das ist ja dass wo Wachstum auch stattfindet

00:23:52: und nicht Alltagstrott

00:23:54: genau absolut.

00:23:57: Also ja London Rückblickend auch eines der besten Kapitel die ich da hätte Aufschlagen können und ich weiß auch gar nicht Warum?

00:24:07: Weil ich hatte immer schon so ein Bauchgefühl, das mir London gut gefallen würde.

00:24:12: Ich hatte ganz lange so'n Bild der Stadt als mein Bildschirm hintergrund, obwohl ich noch nie da war und ich hatte mal so einen Bauch gefühlt, dass es mir da gut gefallen wäre und das hat sich absolut bewahrheitet.

00:24:24: Also bist du hingezogen ohne jemals vorher da gewesen zu sein?

00:24:27: Ich

00:24:27: war dann einmal vorher da um mir Unis anzugucken und fand sofort toll, hab's nie bereut.

00:24:32: Immer noch häufig dort?

00:24:34: Ich bin immer noch häufig ... Dort nicht mehr ganz so häufig, wie ich gerne dort sein würde.

00:24:40: Aber durch die Arbeit war ich jetzt auch oft da, also ich sag mal so ... zweimal im Jahr circa.

00:24:45: Ich freu mich wirklich sehr auf den nächsten Monat.

00:24:48: Den ganzen Juni werde ich in London verbringen und ein Wohnungstausch, was sich lustigerweise auch in Kolumien ergeben hat.

00:24:57: Genau, tausche ich Berlin-London für einen Monat und bin dann wirklich auch in meiner allerliebsten Gegend Eastlanden für einen Monat und freue mich total.

00:25:07: Ich kenne mich gar nicht in London aus, also ich war mit acht, glaube ich mal ... In der Nähe von London.

00:25:12: Es wird eigentlich wieder Zeit.

00:25:13: Ich hab auch häufiger Freunde, die jetzt dort waren oder auch total begeistert und so.

00:25:18: Und

00:25:19: ja...

00:25:20: Muss sich auch mal wieder angehen?

00:25:21: Aber du bist ja dann ... Hast du Regelstudienzeit gemacht?

00:25:24: Du hast das in einem Jahr durchgerockt oder warst länger bei dir?

00:25:29: Ich habe das in Regelstudionzeit durchgezogen, also ich musste auch zahlen für mein Master im Gegensatz zu Deutschland.

00:25:36: Das ist natürlich ein großer Nachteil zu Deutschland, wenn man im Ausland studiert.

00:25:41: Aber ja ... Ich war da in dem einen Jahr.

00:25:44: Was aber insgesamt dazu geführt hat, dass ich in Deutschland nur die drei Jahre gemacht habe Bachelor was hier normal ist.

00:25:50: Im Ausland machst du das aber vier Jahre und in Deutschland ist er noch mal den Master in zwei Jahren zu machen und im Auslands ein Jahr heißt.

00:25:58: Auch das hat dazu geführte sich tendenziell schneller, fertig war mit vielen Dingen.

00:26:04: Also ich war schnell ... Mit der Schule war ich der erste G-Achtjahrgang direkt angefangen zu studieren, weil ich die Stipendium bekommen hab und dementsprechend auch innerhalb von insgesamt nur vier Jahren mit beiden Studiengängen durch gewesen.

00:26:17: Das habe ich jetzt gar nicht so beabsichtigt aber es halt so passiert.

00:26:22: Ja, ich hab ein bisschen länger studiert, aber auch nur eine Semester mehr, aber dabei das waren alleine schon vier Jahre dann Nicht schlecht.

00:26:29: Auf der Überholspur bist du dann zu YouTube gekommen, wie kam denn das?

00:26:34: Das war sehr random und unerwartet.

00:26:38: Ja ich war fertig mit meinem Master auf Jobsuche und hab mich auch auf ein paar Sachen beworben.

00:26:43: Irgendwann bekam ich auf LinkedIn so eine Nachricht von einer Recruiterin und die sagte so hey we have this opportunity at Youtube for you in London!

00:26:53: Und ich dachte so ... Das ist ein Scherz, also Hundertbrust.

00:26:57: Aber irgendwie verdammt gezielter Scherzt?

00:27:00: Weil ich ja diesen YouTube-Background auch schon hatte, dieses Nischenwissen zumindest ... Letztendlich war es kein Scherzd.

00:27:08: Und Gott sei Dank war das alles auf meinem LinkedIn-Profil zu sehen, dass ich in London bin und Vorherfahrung mit der Plattform habe, dass sich auch Deutsch spreche unter und rund.

00:27:17: Also wirklich große Empfehlung immer sein LinkedInprofil up to date zu halten.

00:27:23: Dann wurde ich eingeladen Pilotprojekt und hab angefangen auf einem dreimonatigen Vertrag.

00:27:30: Das Projekt wurde dann auch fortgeführt, also aus den drei Monaten wurden sechs Monate ... Dann wurde ein Jahr daraus.

00:27:36: aber am Anfang habe ich mich so lang gehangelt von befristetem Vertrag zum nächsten bis sich da letztendlich eine Festanstaltung bekommen.

00:27:47: Aber das war schon auch eine Herausforderung der erst mal reinzukommen.

00:27:51: Aber auch am Anfang dachte ich so drei Monate mal zu Google oder nicht so einfach gemacht habe, ich hab ja nix zu verlieren.

00:27:58: Aber genau das hat sich dann Gott sei Dank alles fortgesetzt ...

00:28:03: Hast du immer gesagt, Mama, ich bleib noch ein bisschen?

00:28:06: Genau!

00:28:07: Ja irgendwie war das keine Option direkt wiederzukommen.

00:28:13: Und was waren die Projekte?

00:28:14: also das allererste, was du da gemacht hast?

00:28:16: Du meinst auch vorher, du hattest schon richtig Bock als du gestartet hast.

00:28:20: Ja... Also damals musst ihr Ich hatte schon einige Bührungspunkte vorher mit YouTube und Google, Arbeiter selber zu erarbeiten.

00:28:32: Das war eine richtig große Sache für mich, weil ich auch schon wusste wie schwer das ist da reinzukommen.

00:28:39: Mein allererster Job ... Da war sozusagen als Support für das Partner-Manager Team.

00:28:46: also in London sitzt ein sehr großes Team aus Strategic.

00:28:53: Partner-Managerinnen aus Europa, mittleren Osten und Afrika.

00:28:58: Die von dort aus selbentliche PartnerInnen betreuten.

00:29:03: Hauptsächlich im Creator-Bereich aber auch im Musikbereich oder andere Arten von.

00:29:08: Von Partnerinnen die sich auf YouTube so bewegen.

00:29:11: Und ganz zu Anfang hab ich denen sozusagen zugearbeitet den geholfen Leads zu generieren.

00:29:20: also ich habe quasi Leute angerufen gefragt, ob die Bock haben auf dieses Partner-Programm.

00:29:25: Mhm.

00:29:26: Die noch gar nicht auf YouTube waren oder schon auf YouTube war und sich qualifiziert haben?

00:29:31: Weil so läuft's ja mittlerweile erst ab ...

00:29:33: Genau!

00:29:33: Die sich qualificiert haben.

00:29:35: Also quasi eine unterstützende Rolle.

00:29:38: Und meine nächste Rolle war dann aber als Strategic Partner Manager.

00:29:41: direkt habe ich ne Mutterschaftsvertretung gemacht für ne Kollegin, die dann genau in den Unterschutz gegangen ist für ein Jahr.

00:29:50: Aber auch da wieder befristet.

00:29:52: Und dann hatte ich das Glück, dass genau zu dem Zeitpunkt so die Tür aufgegangen ist.

00:29:58: Dass YouTube auch angefangen hat mit Artists direkt zu sprechen und das Artist Development Team innerhalb dieser Abteilung gestartet werden sollte.

00:30:12: Da hab' ich mich natürlich von Anfang an deutlich dafür positioniert weil ich eben diesen Musikindustrie Background hatte.

00:30:20: Also davor, das erste Jahr bei YouTube hab ich mit allen möglichen Leuten gearbeitet.

00:30:24: Nicht nur mit Artists, sondern auch mit Creators oder ...

00:30:29: Unternehmen?

00:30:30: Auch ja unterschiedlich.

00:30:33: und es war tatsächlich eine sehr spannende Zeit, weil gerade diese Zeit war, wo zwar dieses Partnerprogramm offen war für alle aber so dieses Thema werbefreundliche Inhalte wichtig geworden ist also dass nicht mehr alles selbstverständlich monetarisiert werden kann.

00:30:50: D.h.,

00:30:51: da haben dich dann auch mal Artists oder die Management angerufen und gesagt, warum ist mein Video jetzt demonetarisiert?

00:30:57: Und du musst erklären, das sieht an der und der Szene ... Das kann man vielleicht beim nächsten Mal anders machen.

00:31:03: Lass halt die Gewalt weg oder so!

00:31:04: Oder wie lebt es denn ab?

00:31:06: Ja, halt vielleicht nicht die Kalaschnik auf ins Bild.

00:31:11: Musikvideos genießen da trotzdem eine gewisse Kunst.

00:31:15: Freiheit?

00:31:16: Ich wollte gar sagen, weil ich hätte nicht gedacht, dass alle Waffene vorkommen.

00:31:20: Dass man dann nie Werbung sehen würde ...

00:31:22: Das ist total komplex!

00:31:24: Es kommt immer auf den Kontext darauf an.

00:31:27: Ein Video wird auch als gesamtes Beurteil des Kann aber auch sein, weil da irgendein bestimmter Begriff vorkommt, das auslöst, dass es eben nicht monetarisiert oder gesperrt wird.

00:31:41: Heißt was damals zu Beginn dieser Phase passiert es, um Werbetreibende als Kunden zu behalten.

00:31:50: Ist das erst mal sehr konservativ entschieden worden und viele Videos nicht mehr monetarisiert waren?

00:31:58: Wo ja gerade aus dem Hiphop-Bereich, wenn Jenny davor wirklich substanzielles Einkommen damit verdient haben was sich dann minimiert hat.

00:32:06: vorübergehend kannst du dir vorstellen was damals da los war.

00:32:12: Und das, was man den ganzen Leuten zu erklären war sehr herausfordernd.

00:32:14: Aber über die Zeit dieses Erkennungssystemen, was dann auch diese Entscheidung trifft ... sehr viel nur aus jeder geworden, sehr viel genauer geworden.

00:32:26: Ich hab seit einigen Jahren keine genauen Einblicke mehr, wie es funktioniert.

00:32:30: Aber ich weiß noch, dass war ein großer Umbruch und eine große Veränderung.

00:32:36: Weil eben auch dieses ... Selbstverständnis dafür entstanden ist, dass man seine eigenen Videos monetarisieren kann und das man damit Geld verdient.

00:32:45: Wenn ursprünglich damals als ich bei Sony war zum Beispiel, da war es nicht für jeden zugänglich.

00:32:50: Und das ist so eine Sache muss man sich auch vergegenwärtigen.

00:32:54: auf allen Plattformen gibt es halt keinen Selbstverständniss dafür, dass die Dinge genauso bleiben.

00:32:59: oder das eigene Geschäftsmodell was an diese Plattform gekoppelt ist Dass das ewig so weitergeht weil eben auch solche Entscheidungen getroffen werden müssen.

00:33:10: Mhm,

00:33:12: du warst ja auch vier Jahre da, Jahrzehnte bis Jahrzehnzig.

00:33:15: Da gab es dann wahrscheinlich YouTube-Music schon irgendwann in der Zeit oder kam das später?

00:33:20: Das kam genau während dieser Zeit.

00:33:21: also den Launch und die ganze Entwicklung habe ich mit begleitet, hat noch eine große Launchparty, sowohl YouTube Music als auch YouTube Premium.

00:33:33: Da war ich dabei, das war ein sehr spannender Spannender Moment.

00:33:38: Während der Zeit, wo ich da war, war das Produkt jetzt noch nicht so komplett ausgereift als dass es wirklich mit anderen Streamingdiensten mithalten konnte.

00:33:45: Gab's noch keine eigene App?

00:33:47: Sondern das war so integriert oder wie?

00:33:49: Die waren auch ganz neu und es haben noch nicht viele Leute benutzt.

00:33:55: aber so ist es halt wenn man neu mit sowas an den Markt kommt.

00:33:58: Aber es war ein sehr ergerziges Projekt und ich find's wahnsinnig toll was sie heute daraus gemacht haben.

00:34:05: Ja, so während meiner YouTube-Zeit, wie ich eben schon sagte, dass ich dabei war als dieses Artist Development Team neu aufgebaut wurde.

00:34:11: Das war halt super spannend, weil es das vorher so noch nicht gab heißt.

00:34:16: Ich war Teil eines Teams was neu gegründet wurde und saß dann zusammen mit anderen Artists Relations ManagerInnen aus den anderen Ländern.

00:34:28: Mhm.

00:34:29: Aus Frankreich, aus UK ... Und Spanien!

00:34:34: Das waren die Länder, die wir damals abgedeckt haben.

00:34:36: Und vielleicht noch mal zu dem Job dort?

00:34:38: Also wie kann ich mir dann die Art des Zusammenarbeit vorstellen?

00:34:41: wahrscheinlich unterschiedlich immer wieder aber gab es da auch Arters auf, die du dann zugegangen bist wo du gesehen hast.

00:34:48: ey das sehe ich irgendwie Potenzial.

00:34:50: Videos sind gut oder ihr seht irgendwie getrenntet Aber ich sehe da noch Verbesserungspotenzial.

00:34:54: Ich gucke mal ob ich das Management erreiche Oder lief das so jetzt nicht ab?

00:34:57: Das war ganz spannend.

00:34:58: tatsächlich dadurch dass es noch so neu war dass eine Plattform überhaupt mit den Artists direkt ins Gespräch geht, gingen die allermeisten Kontaktaufnahmen durch die Labels.

00:35:11: Wir haben oftmals mit den Labels gesprochen.

00:35:13: Die wurden ja eh schon betreut von dem Musikteam in Berlin und haben denen sozusagen angeboten, mit einzelnen Artists noch mehr in die Tiefe zu gehen um dann wirklich gezielt an deren Kanälen zu arbeiten ... was dann über die Zeit zunehmend mehr Leute auch dankenangenommen haben.

00:35:33: Daneben gab es aber schon einige Leute, die direkt den Kontakt zu YouTube gesucht haben, die da vielleicht anders aufgestellt sind.

00:35:43: Also bis heute sowohl bei YouTube als auch bei TikTok ist das sehr unterschiedlich wirklich von Künstlerinnen zu Künstlern.

00:35:51: Was für ein Konstrukt man hat?

00:35:53: Ob der Hauptkontakt durch das Label passiert oder durch das Management mit Künstlerin selber ob das irgendein Social-Media-Management ist oder deren Anwalt.

00:36:03: Also, es gibt da sehr unterschiedliche Konstrukte.

00:36:07: Zu Beginn lief sehr viel über die Labels und dann aber auch ... Dadurch dass ich dann sehr viel tiefer noch in die Branche reingegangen bin und auf viele Events war und Leute kennengelernt hab und sich alles rumgesprochen hat, war ich zunehmend direkt in Kontakt mit den Managments.

00:36:24: Und was hast du denn so mitgegeben?

00:36:25: Gabs auch wo du immer wieder einen Tipp geben musstest wie man vielleicht ein Musikvideo besser gestaltet oder ich weiß nicht, wie viel Wert hatten die Metadaten?

00:36:35: Also worauf hast du dann wahrscheinlich ganzheitlich deinen Blick drauf geworfen und den gesagt, hey mach doch mal das oder das anders.

00:36:43: Ja auch das war sehr unterschiedlich je nach, ich sag mal Wissensstand und je nach Performance des Kanals an den Musikvideos selber.

00:36:53: inhaltlich würde ich da jetzt niemals rumschrauben.

00:36:56: Das ist ja so'n Esset für sich Gesamtkunstwerk, was so stehen bleiben kann.

00:37:01: Es ging oftmals darum, deren Content zu diversifizieren.

00:37:06: Also ein bisschen auch in andere Formate reinzuschauen.

00:37:09: Kann man Behind the Scenes machen?

00:37:10: Kann man vielleicht irgendeinen Vlog-Format machen?

00:37:14: So einen Track by track vielleicht machen möchte ich mein Livestream machen.

00:37:17: also es ging mehr darum andere Formaten auch zu erkunden durch die man seinen Kanal sehr viel weiter aufbauen kann und wirklich nicht nur für einzelne Musikvideos, sondern sein eigenes Profil mit allen möglichen Inhalten um dieses Thema Fandom viel mehr anzukurbeln.

00:37:40: Und dann ging es auch viel um Community Management, um Kanaloptimierung also was man auf dem Kanal selber über verschiedene Settings aber auch Grafiken und vor allem auch über neue Features die YouTube anbietet alles noch rausholen kann.

00:37:59: Also es gibt echt eine ganze Reihe von Stellschrauben, die den Leuten helfen sich dann noch besser zu positionieren.

00:38:06: aber viel ging auch um dieses Verständnis für guten Content.

00:38:14: Wie muss guter Content aussehen?

00:38:15: und YouTube liefert einem da Gott sei Dank Echten ganzen Haufen richtig toller Analytics Wahnsinn was du da alles rauslesen kannst eigentlich wirklich alles was du willst.

00:38:26: Aber ein großes Thema war damals und ist heute sicherlich immer noch Watchtime.

00:38:32: Das rauszukriegen, wann schalten die Leute weg?

00:38:36: Warum schalten sie weg?

00:38:37: Wie halte ich die auf meinem Video?

00:38:40: Wie leite ich sie vielleicht aufs nächste Video?

00:38:44: Und auch da, wie vorhin schon sagte ... Obwohl ich selber jetzt nicht den ganzen YouTube geschaut hab, hatte ich dann nach einer Zeit natürlich total diesen Blick dafür wie ein guter Kanal oder ein gutes Video aussehen muss.

00:38:58: Und hab dann die Leute da abgeholt, wo's ihnen noch was gebracht hat und viel ... Sowohl bei YouTube als auch bei TikTok.

00:39:08: ganz viel meiner Arbeit geht gar nicht mal so sehr um die Sache also um das Feature- oder eine Information an sich sondern eher so ne Blockade bei den Künstlerinnen zu lösen, die sie vielleicht haben warum sie sich nicht trauen, mehr Content zu machen oder anderen Content zu machten.

00:39:29: Oder irgendeine Sache die sie nicht ganz verstehen oder vielleicht noch nicht offen dafür sind.

00:39:34: also es gibt ganz viel darum wirklich Blockaden zu lösen und so ein Verständnis auf deren Seite auch zu kreieren vielmehr als einfach den irgendein Lösung dahin zu legen oder irgendwas zu pitchen.

00:39:50: Community Management sich bei Art ist jetzt selten.

00:39:53: also Herzchen verteilen was man bei YouTube ja statt des Daumen hoch auch geben kann das schon.

00:39:58: aber dass jetzt ein Arte selbst kommentiert irgendwie nicht und ich habe immer eher so gesehen das liegt dann so bisschen an dieser Die Unnahbarkeit, die man bei Musikvideos dann irgendwie doch hat im Vergleich zu Storyposten oder so was.

00:40:11: Was ja viel näher ist oder so.

00:40:13: aber wie beobachtest du das?

00:40:15: Oder hast du das in Vergangenheit beobachtet oder auch Leute jetzt motiviert oder sowas dass man da vielleicht noch ein paar Worte zuschreibt?

00:40:23: Also eine generelle Empfehlung war damals immer so selber einen eigenen Kommentar damit reinzuschreiben den man oben anheften kann weil dann direkt die ZuschauerInnen sehen okay das Exzellen ist hier auch selber aktiv.

00:40:36: Das motiviert mich mehr zu kommentieren.

00:40:39: Kommentare sind erst mal als Engagement positiv für die Performance des Videos, insofern ist das schon so encouraged.

00:40:49: Eine Sache, die ich aber wirklich keinem Artes empfehlen würde auf zum Thema Kommentare, ist sich da alles durchzulesen und sich alles zu Herzen zu nehmen.

00:40:58: Das ist ein ganz großes Problem geworden für viele ... Das ist wirklich sehr nah an sich heranlassen.

00:41:06: Insofern Community-Management, ja ... halt es so incentivieren, dass die Leute sich auch beteiligen oder ins Gespräch kommen.

00:41:14: Was ja ein total gutes Tool dafür ist mit relativ wenig Aufwand, auch ein bisschen Nahrbarkeit zu zeigen wenn man das möchte.

00:41:23: Aber man darf sich nicht damit wahnsinnig machen was natürlich aus meiner Sicht einfach ist zu sagen aber super wichtig irgendwie für sich umzusetzen.

00:41:35: Hinterher schafft es eher noch Blockaden, weil man sich die Kommentare durchliest.

00:41:39: Wobei ist glaube ich auch eher bei ganz großen Artists so ist.

00:41:42: Ich habe die Schönen David Doku gesehen und dachte mir schon okay krass also das hat er bei ihr schon sehr viel Druck alles ausgelöst.

00:41:50: Die Kommentare werden da auch in der Doku eingeblendet teilweise.

00:41:53: Bei kleineren Artists, die jetzt wirklich nicht viele Views haben da sie eher, dass die Leute da auch eigentlich durchweg positiv kommentieren.

00:42:02: Das finde ich gut.

00:42:03: bei der YouTube-Kultur, was ich zumindest gesehen habe jetzt nicht sofort weglatzt.

00:42:10: Ich glaube, da ist die Plattform vielleicht noch ein bisschen milder als manch anderes in diesem Bereich?

00:42:15: Ja, vielleicht so als kleiner Artist oder kleine Künstlerin polarisiert das vielleicht auch noch nicht mit einer gewissen ... Größe und Relevanz.

00:42:26: Und auch je nachdem, was man für einen Charakter ist oder was das für eine Figur ist kann es sehr unterschiedlich ausfallen.

00:42:36: Für ne Plattform ist erst mal engagementpositiv.

00:42:39: also auch wenn da ne polarisierende Diskussion stattfindet.

00:42:43: ich stelle es mir unfassbar hart vor als Künstlerkünstlerin auch solche wirklich fiesen und negativen Sachen über sich selber zu lesen.

00:42:55: Aber man tut sich wirklich keinen Gefallen, wenn man das alles zu ernst nimmt.

00:43:02: Man kann auch viel moderieren.

00:43:03: Also man kann viele automatische Sachen einstellen die diese Kommentare ausblenden und so jemanden wie Shirin zum Beispiel, der wirklich so viele Leute auf ihrer Seite hat und so viel Erfolg hat und ja so perfektionistisch unterwegs ist.

00:43:20: also ich bewundere sie wirklich sehr.

00:43:24: Es ist echt viel bewegt in der Branche.

00:43:28: Gerade bei so Leuten tut mir das dann so leid, zu hören, dass die sich diese Kommentare sehr zu Herzen nehmen.

00:43:35: Aber auch das egal ob die klein oder groß sind ... es ist so personenabhängig!

00:43:42: Also meine Jobs bei Plattform und im Austausch mit den Artists gibt da niemals eine One-size-fits all Lösung Weil die Leute einfach eine ganz andere Offenheit oder Ängste mitbringen, sich da auch zu zeigen auf solchen Plattformen.

00:44:00: Mittlerweile gibt es ja noch mehr Features.

00:44:02: also ich glaube Schwarz gab's in einer Zeit noch nicht bei YouTube oder?

00:44:05: Die kamen glaub ich später,

00:44:06: oder?!

00:44:07: Die kam mir als Antwort auf TikTok!

00:44:09: Genau... aber ähm war das nach zwei Jahrzehnten ne?

00:44:14: Nach deiner Youtube-Zeit und Community-Tab gabs das schon zu deiner Zeit?

00:44:19: Das

00:44:19: gab es schon, das haben wir auch sehr kräftig gepitscht Damals.

00:44:24: Damals wurde es nicht so gut angenommen, weil diese Idee einfach auch Facebook-artige Features auf YouTube einzuführen ist leichter zu machen in Form von Bildern oder Text oder anderen Posts dazu interagieren und nicht nur Videos zu machen, niedrigschwellig auch Content zu posten.

00:44:44: Damal war's jetzt kein Riesen Game Changer.

00:44:48: Ich glaub das ist hauptsächlich für ... Ängere Fans von bestimmten Art ist relevant.

00:44:53: Ich weiß nicht, wie gut das heutzutage funktioniert?

00:44:56: Ich glaube auch, ich arbeite beim RWB in der YouTube-Abteilung und wir machen da alles.

00:45:00: Und ich hab so das Gefühl, dass der Community-Tab früher sehr prominent auf der Startseite, insbesondere im Browser ... platziert wurde und dass dieser Platz mittlerweile auch von schwarz überschrieben wurde.

00:45:14: also da das dann mittlerweile die die schwarz reihe an der stelle kommt wo man früher dann eben auch irgendwie zitat post oder so gesehen hat.

00:45:20: Und das ist deswegen nicht mehr so.

00:45:22: die relevance hat.

00:45:24: wir machen es immer noch ein gutes cross promo feature weil wir eben auch andere inhalt dadurch gut teilen können.

00:45:29: aber ich denke auch als artist ist es dann ein bisschen schwieriger.

00:45:33: plus du hast eine neue Moderiersache unter Umständen nochmal schneller, also da sind die Kommentare schon mal schnell auch irgendwie unangenehm oder so.

00:45:42: Das will man vielleicht auch nicht aber falls ihr Arte seid und das noch nicht kennt ist auf jeden Fall nicht schlechter nochmal zu posten.

00:45:49: Guck mal hier ist das Video und man kann es ein bisschen nochmal platzieren und ein bisschen oben halten Oder hinten auch, wie du sagst andere Formate.

00:45:55: Ich kann da nochmal ein bisschen anders drauf eingehen.

00:45:57: ich könnte mir jetzt noch mal irgendwie ein Foto daraus nehmen und dann zum Video verweisen nicht unbedingt nur einen Link zum Foto sondern... ...ich habe hier noch mehr Output den ich jetzt nochmal irgendwie spiegeln möchte um die Leute da ein bisschen anzulocken.

00:46:09: Wie ist denn deine Meinung zu langem Abspannen?

00:46:11: Also du hast ja gerade schon die Watchtime angesprochen.

00:46:15: Drei Sekunden Es passiert nichts mehr, aber ich sehe noch die Credits im Abspann bei einem Musikvideo.

00:46:20: Würdest du das drinlassen oder würdest du da vielleicht doch eher den Rat geben?

00:46:24: Versuch das ein bisschen kürzer zu katten weil das Abspannelement ja eben erst zwanzig Sekunden vor Ende eingeblendet werden kann.

00:46:31: Das heißt, du gehst einfach das Risiko an und die Leute sind weg bevor du die mit deinen Inhalten nochmal catching kannst.

00:46:38: Lange Abspannen oder generell Längen in egal welchen Video so unnötige Längen sind No-Go, wenn man wirklich optimieren will nach Watchtime.

00:46:48: Also eine ganz wichtige Metrik auf verschiedensten Plattformen ist die sogenannte Dropoff Rate.

00:46:56: Die einfach schaut, bleiben die Leute bis zum Schluss?

00:46:59: Wie lange bleiben sie insgesamt und wie viel Zeit verbringen Sie damit?

00:47:02: Und in den allermeisten Fällen, weil das das Seeverhalten der Menschen ist, schauen die sich das nicht an heißt im Empfehlungssystem, im so genannten Algorithmus wirkt sich sowas erst mal negativ aus.

00:47:16: Okay, da hast du zu deiner YouTube-Zeit noch was hinzuzufügen?

00:47:20: Irgendwas, was du gerne erwähnen möchtest oder willst du jetzt schon zur Geschichte wie es dann in der Zeit von zwanzig zu Tiktok gegenübergehen?

00:47:28: Ich könnte viele Sachen über meine YouTube-Zahl erzählen aber im Großen und Ganzen kann ich glaube ich einfach nur hervorheben, dass das für eine wahnsinnig tolle Zeit war also auch, dass hat ja meine Karriere wirklich maßgeblich verändert brillanten Leuten aus aller Welt zu tun.

00:47:44: Bin sehr tief eingestiegen in die deutsche Musikbranche, aber halt auch diese Tech-Welt ... also ... diese ganze Zeit in London und bei YouTube das war der Wahnsinn.

00:47:58: ich hatte richtig viel Spaß und hab soviel gelernt.

00:48:03: Vielleicht noch was hat dir am meisten Spaß gemacht?

00:48:06: Ich glaube dieser direkte Kontakt mit den Künstlerinnen.

00:48:13: Und da wirklich zu sehen, dass YouTube zu einem sehr wichtigen Standbein wird für die und dass sie auch damit viel selber in der Hand was sie mit ihrem Kanal machen.

00:48:27: Das war immer so unser Narrativ damals ihr seid nicht mehr angewiesen darauf das irgendeinen Fernsehsender euch platziert oder dass irgendein Magazin euch erwähnt sondern ihr habt euren eigenen Kanal Fernsehkanal, womit ihr halt selber die Power habt irgendwie eure Fans zu erreichen.

00:48:47: Und mir hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht dieses Team damals mit aufzubauen oder diesen Bereich damals mitaufzubauen und auch einfach diese Unternehmenskultur also dieses Team, mit dem ich da in London saß und auch das Team, den ich in Berlin halt viel zusammengearbeitet habe.

00:49:05: Das war einfach ein wahnsinnigt toller Austausch.

00:49:10: Ja, so gegenwärtiger Support.

00:49:12: Das ist schon eine sehr besondere Unternehmenskultur.

00:49:17: Wie war das Leben in London?

00:49:18: Wenn ihr zur Vergleichs- und darauf zurückblickst ... Du hast ein bisschen einen Blick gegeben, aber das ist ja schon ein relativ großes Kapitel von deinem Leben.

00:49:26: Wie wars dann nachdem du da aus deiner ... wie hieß die Halle noch, deine Student-Hall?

00:49:31: International Hall!

00:49:32: Da bist du wahrscheinlich nicht die ganze Zeit geblieben.

00:49:34: Da

00:49:35: musst dich irgendwann raus.

00:49:37: Tolle Gegend und ein hässlicher Klotz, an dem wir gewohnt haben.

00:49:41: Da bin ich danach raus ... Und bin dann in ein Haus gezogen mit anderen Freunden aus meinem Studium auch im größeren Haus.

00:49:51: Ich glaub über ne sechs Leute war aber mit Brieze im Garten ganz viel Platz.

00:49:56: Es war supertoll!

00:49:58: Und da war ich für einen Jahr und hab's geliebt, das war relativ weit draußen im Osten.

00:50:04: Und die letzten drei Jahre in London habe ich in Kings Cross wirklich in fünf Minuten Lauf-Distanz vom Google Office gelebt.

00:50:17: Mit unfassbar viel Glück hatte, da waren wir auch so eine kleine YouTube-WG mit einer Kollegin von YouTube, hab ich dort zusammen gewohnt was dann dazu geführt hat dass unsere Wohnung ein bisschen das YouTube... Klubhaus war und alle nach der Arbeit immer bei uns abgehangen haben.

00:50:31: Da wirklich auch lustige Hauspartys gab, aber ... ja so dieser nervige Commute in London, den die meisten Leute haben, wo sie dann eine Stunde irgendwie Tür zu Tür brauchen?

00:50:44: Das hatte ich tatsächlich nicht, sondern nur diese fünf Minuten Fußweg.

00:50:48: Und mit dem Job bei Google ist das Leben auch ein bisschen angenehmer.

00:50:53: also du kriegst echt tolles Essen, du hast dein Gym mit im Office.

00:50:59: Und dadurch sind so ein paar Sachen, die das London-Leben schwierig machen können, werden halt enorm vereinfacht.

00:51:07: D.h.,

00:51:07: ich hatte kurze Wege eigentlich alles an einem Ort.

00:51:10: Da hat irgendwie mein ganzes Leben stattgefunden.

00:51:13: Aber Gott sei Dank hatte ich auch immer noch einige Leute außerhalb dieser ganzen YouTube-Bubble.

00:51:19: Denn und ich meine es ... Im besten Sinne, das hat da schon manchmal so was Sektemäßiges.

00:51:27: Das ist so eine Bubble, da kommst du rein.

00:51:30: Alle sind irgendwie gut gelaunt und nett zueinander.

00:51:35: Du kriegst Essen umsonst?

00:51:36: Du kannst hier zur Massage gehen oder ein Fitnessstudio.

00:51:42: Es werden tolle Sachen organisiert für dich!

00:51:44: Also hast du schon viel Zeit ... auf Arbeit, aber nicht nur mitarbeiten verbracht und mit den Arbeitskolleginnen auch.

00:51:51: Und dadurch war es dann auch einfach ... War dein Leben wahrscheinlich schon sehr geprägt von diesem Umfeld?

00:51:56: Total!

00:51:57: Total.

00:51:58: Und das war mega schön.

00:52:00: Aber muss jetzt nicht bei jedem Job so sein.

00:52:03: Aber warum bist du denn wieder zurückgekommen nach Deutschland?

00:52:09: Für mich war das London-Level ein bisschen durchgespielt.

00:52:13: also nach fünf Jahren hab ich dann irgendwie so tolle Sachen gesehen Tolle Partys gefeiert.

00:52:20: Ich war in keinem Restaurant und viele Leute ziehen aber nicht nach London, um da langfristig zu bleiben.

00:52:31: Und für mich war auch privat so ein bisschen der Gedanke dass ich gerne noch Deutschland ziehen würde und aber auch beruflich.

00:52:41: also ich habe ja von London aus mit deutschen Arten gearbeitet und bin die ganze Zeit hin- und hergeflogen Und für mich war das dann auch karrieretechnisch einfach der nächste Schritt, dass wenn ich in Berlin sitze oder halt so in Deutschland sitze.

00:52:58: Dass meine Arbeit enorm erleichtert und mir ganz andere Möglichkeiten gibt mit den Leuten zu treffen oder zu Konzerten zu gehen oder, oder ... dass ich nicht limitiert bin oder dass ich viel näher dran wäre am ganzen Geschehen.

00:53:15: Und vor allem auch, dass ich zusammensitze dem Rest des Musikteams, mit denen ich am allermeisten zu tun habe und aller Ängsten kooperiere.

00:53:25: Also manchmal ist es bei Tech-Companies halt so dass deren interne Struktur wie sie vielleicht historisch und politisch mal so gewachsen ist in der Praxis gar nicht so viel Sinn macht.

00:53:39: heißt Ich wäre auch mit YouTube nach Berlin gegangen.

00:53:43: das haben Sie auch probiert.

00:53:45: also es gab diese Option oder einen anderen bestimmten Headcount, aber der wurde erst zwei Jahre später geschaffen.

00:53:55: Heißt aber ... ich hab so ein Weg aufgezeigt wie es für mich weitergehen würde.

00:54:04: Es wurde alles versucht das möglich zu machen, aber als es dann letztendlich nicht möglich war habe ich mich wirklich bedankt und in aller Liebe verabschiedet.

00:54:16: Das war aber trotzdem die ... Schwerste berufliche Entscheidung, die ich jemals treffen musste.

00:54:21: Weil man das Gefühl hat, was soll denn danach noch kommen?

00:54:25: Das war bestimmt jetzt das Beste, was mir jemmals passiert ist.

00:54:29: Aber es kamen so ein paar Dinge zusammen, tatsächlich war ich zu der Zeit auch ausgebrannt.

00:54:36: Also ... Auch da hab ich so eine gewisse Wand gespürt.

00:54:45: So ne gewisse Blockade, wo's nicht mehr richtig weiterging Und ... hab für mich überlegt, dass dieser London Lifestyle auch vielleicht weniger gesund ist als der in Deutschland.

00:54:59: Wo ich dann eben nicht mehr so viel reisen musste da.

00:55:02: Mhm.

00:55:03: Mir einige Steine dadurch halt aus dem Weg geräumt werden würden.

00:55:09: Wie gesagt, das wurde versucht.

00:55:11: Ich bin total dankbar, dass die es überhaupt versucht haben und deswegen no hard feelings.

00:55:17: Aber es kam schon damals echt als ... Überraschung für einige, dass ich dann gegangen bin.

00:55:22: Weil ich auch gerade irgendwie befördert worden bin und eigentlich richtig gut unterwegs war.

00:55:29: Aber ich für mich selber wusste okay es gibt Schritt XY das für mich der nächste Schritt ist nämlich noch Deutschland zu gehen und vielleicht auch nochmal andere Ressourcen zu haben die Artes zu unterstützen.

00:55:43: Und wenn das nicht passiert dann werde ich auch nicht darauf warten.

00:55:47: und so habe ich mich da verabschiedet Aber wirklich im allerbesten Sinne.

00:55:52: Ich hab mich in aller Liebe, aller Freundschaft sowohl von London als auch von YouTube verabschiedet und war eine grandiose Zeit.

00:56:01: Aber du sagst ja, dass du auch ein bisschen ausgebrannt warst?

00:56:03: Hast du dann danach auch erst mal ne Pause gemacht oder ging's dann doch recht schnell weiter?

00:56:09: Ich hatte danach circa drei Monate Pause, drei, vier Monate ... Und das war der Beginn von Corona.

00:56:16: Also ich bin aus London weggegangen ursprünglich nur für ein, zwei Monate zurück nach Deutschland.

00:56:22: Dann dachte ich, ich geh noch mal zurück und es war nicht so ganz entschieden alles.

00:56:27: Aber dann kam Corona und wusste ich quasi gar nicht, dass das mein letztes Mal ... oder mein Abschied von London sein würde, dass sich dann gar nicht zurückkomme.

00:56:37: So gesehen hab ich das gar nicht kommen sehenen.

00:56:39: Ja also dieses Burnout damals war auch ... meinem Lifestyle so ein bisschen geschuldet.

00:56:48: Also, da war ich dann ... Mitte Ende zwanzig.

00:56:53: Ich war super viel am Reisen immer unterwegs also wirklich in London andauernd irgendwas unternommen mit tausend Leuten.

00:57:05: Selten-Tag frei?

00:57:06: Früherflüge

00:57:06: ist eigentlich gar nicht.

00:57:08: Also auch abends hast du dir mal einen ... Abend für dich auf der Couch gegönnt, oder war das auch so?

00:57:13: Nee.

00:57:13: Irgendwie hab ich dieses Konzept gar nicht verstanden.

00:57:16: damals also ... Ich werd eine superaktive Person und hab immer Bock, was zu machen in einem großen sozialen Kreis und da waren wir immer was los.

00:57:25: Die haben mich sehr neugierig und bin wie gesagt auch super viel gereist.

00:57:29: mit YouTube, Google, hab ich ganz tolle und viele Reisen unternommen.

00:57:34: Was für mich total wild war, weil ich mich niemals als Jet Set-Person gesehen habe so wie ich aufgewachsen bin.

00:57:42: Ich wusste, dass es sowas geht und irgendwie fand ich's immer faszinierend.

00:57:46: Aber ich dachte nie, dass ich mal eine Person sein würde.

00:57:49: Aber auch das ist dann so ein Ding ... Du hast jetlag, du hast frühe Flüge, wenig Schlaf und und und.

00:57:56: Also wenn ich mir heute angucke, wie ich mein Leben damals gestaltet hab und wie wenig Pause nicht gemacht habe, dann möchte ich mich rückblickend wirklich schütteln.

00:58:06: aber ich kannte meine Grenzen damals einfach noch nicht so gut, als dass ich genügend dieser Pausen eingeplant hätte und das wirklich auch annehmen konnte mal wirklich Urlaub zu machen oder wirklich mir mal einen Abend frei zu nehmen.

00:58:24: Und dazu kam halt, dass meine Rolle bei YouTube.

00:58:28: an sich ist es total machbar und schaffbar.

00:58:32: Es war auch gut Druck dahinter wie in jeder Firma wahrscheinlich.

00:58:37: aber es war jetzt gar nicht ... So der Workload an sich, sondern eher wie ich ... wie nahe ich so Dinge an mich ran gelassen habe.

00:58:46: Ich hab das sehr ernst genommen wirklich jedem einzelnen Art des irgendwie Helfen zu wollen und welche Probleme zu lösen.

00:58:54: Und da war er total hinterher.

00:59:00: Für mich selber war halt das eben so ein Ding mal wo ich dachte, boah krass jetzt hast du es sehr her geschafft und es macht mega Spaß.

00:59:06: aber dann hab ich das halt auch Ja, so ein bisschen mit nach Hause genommen immer.

00:59:13: So dass man auch da keine richtige Pause hat.

00:59:15: Heutzutage hab ich eine ganz andere Distanz dazu ...

00:59:19: Ein Kopf war immer am Rotieren mit der Ideen quasi?

00:59:21: Immer!

00:59:23: Immer am Rotiern und ich hab mir einfach zu wenig Pausen genommen.

00:59:27: Sowohl von der Arbeit als auch vom Privatleben.

00:59:33: insofern ist es rückblickend für mich gar nicht so verwunderlich, wenn wir das Ding einmal gegen die Wand gefahren haben.

00:59:42: Es war jetzt auch wirklich nicht so schlimm, dass ich gar nichts mehr konnte, aber das es mir wirklich auch schlecht ging.

00:59:50: Auch nur um dann in dem Moment wo ich zum ersten Mal drüber gesprochen hab festzustellen, dass es ganz vielen Leuten um mich rum auch so geht oder auch mal so ging oder danach irgendwann mal soging.

00:59:59: Aber ja ist natürlich nicht schön da mal durchzugehen.

01:00:04: Und dann hast du was in den drei Monaten gemacht, beziehungsweise es waren drei Monate Pause zwischen Arbeit und Arbeit.

01:00:12: Und gleichzeitig Corona, wo man ja auch nichts machen konnte sowieso?

01:00:15: Oder bist du in Therapie gegangen oder wie war da dein Weg?

01:00:19: Therapie habe ich eh begleitend auch gemacht.

01:00:21: Ich hatte so eine kurze Verhaltenstherapie ... Also sehr oberflächlich kriegst du da ein paar Tools zum Stressmanagement zur Selbstreflexion und so was.

01:00:30: das hilft schon.

01:00:33: Aber ich glaube auch einfach so, meine Grenzen besser kennenzulernen und besser zu setzen.

01:00:38: Das hilft auch schon!

01:00:40: Ich bin Ende April ... ... bei YouTube raus und hab dann im August bei TikTok angefangen.

01:00:48: Also es war kein Nahtloserübergang.

01:00:50: Ich hatte dazwischen kurz Pause, die ich eigentlich auch ursprünglich mal mir überlegt hatte da Reisen zu gehen was natürlich nicht geklappt hat, weil der Luftraum überall geschlossen war.

01:01:05: Und dann in den nächsten Wochen kamen tatsächlich auch sehr tolle Jobangebote auf mich zu Ideenausrichtungen, die ich gar nicht so erwartet habe.

01:01:15: Aber eine dieser Ideen ... War dieses ... War die Artist Relations Position bei TikTok und ich weiß noch am Anfang... Ich hatte es eigentlich gar nicht beeiligt wieder etwas Neues anzufangen, weil das echt ein krasses Kapitel vorher war!

01:01:30: Und wie gesagt, ich bin ein bisschen fokussiert gerade darauf.

01:01:32: Also meine Batterien wieder aufzuladen ... Aber das hat wirklich so verdammt gut zu mir gepasst.

01:01:41: Genau diese Rolle hatte halt die Steine, die ich vorhin erwähnt hatte für mich aus dem Weg geräumt.

01:01:46: Das war in Berlin mit wirklich einigen tollen Ressourcen, die man auch in der Hand hatte, so in dieser Position und ja, so ein paar andere Faktoren, die da reingespielt haben.

01:01:57: aber ich dachte, ich hab nichts zu verlieren über diese Interviews, in denen ich mich wirklich super verstanden hab mit den Leuten.

01:02:05: Habe ich denn richtig Bock bekommen auf die Rolle und das dann auch als klaren nächsten Schritt für mich gesehen?

01:02:14: Also dass es einfach eins zu eins aufbaut.

01:02:16: an meinen Erfahrungen von YouTube ... Ich war in dem Moment vielleicht noch nicht ganz bereit, so in des nächste Corporate-Hambsterrad zuspringen Aber ich dachte mir, das ist viel zu gut.

01:02:32: Hab mir versprochen, zu denken es nur ein Job.

01:02:37: Ich muss jetzt nicht über meine Grenzen gehen um den zu meistern und allen zu beweisen aber ich mach's einfach mal.

01:02:47: Hättest du rückwirkend gerne noch mehr Pause gehabt?

01:02:49: Nee, es war Corona.

01:02:50: deswegen war ehrlich gesagt auch ganz froh eine Beschäftigung zu haben.

01:02:54: dafür hab' ich die Pause ja jetzt.

01:02:57: Das wär dann auch nicht so gut gewesen, zu Hause zu sitzen und nichts machen zu können.

01:03:02: Passiert alles irgendwie so wie es soll?

01:03:05: Aber von TikTok, da wurdest du quasi angeschrieben, hast du dich nicht beworben ... Ja!

01:03:09: Das kam von allen Seiten tatsächlich.

01:03:11: also das haben mir Leute von YouTube dieses Stelle geschickt und meinten so hier, das passt doch perfekt zu dir, dann bekam ich eine Nachricht, der Hiring Manager möchte immer mit ihr sprechen.

01:03:25: In den Anfangszeiten von TikTok war das viel auch über Netzwerk.

01:03:28: Und ich muss sagen, mein Profil mit Erfahrung einer Competitor-Plattformen und genau diesem Netzwerk in Deutschland ... Da gab es jetzt nicht so wahnsinnig viele Leute in Deutschland davon mit genau diesem Profil.

01:03:41: Deswegen passt das schon sehr gut.

01:03:44: Es war ein Traumstelle.

01:03:47: Wie krass wurde ich dafür belohnt, es dann zu wagen?

01:03:50: Und da dann zu sagen, okay, das probieren wir mal.

01:03:55: Was war die Belohnung?

01:03:56: Das krasseste Karrierekapitel in meinem Leben bisher.

01:04:00: Und vor allem auch zu einer ganz entscheidenden, aufregenden Anfangszeit bei so einer Plattform zu sein.

01:04:09: Also im Gegensatz zu YouTube und Google, was ja wirklich eine riesige gut geölte Maschine ist, weil es das schon lange gibt.

01:04:17: Es gab da ja auch mal andere Zeiten aber ... Da bist du ein kleines Zahnrad in dieser Riesenmaschinerie Und da hat ich gelernt auch total viel.

01:04:28: Das ist wahnsinnig professionell und strukturiert aufgestellt, deswegen hab ich manchmal das Gefühl, dass ich bei YouTube so mein Handwerkszeug gelernt habe ... Da gibt's auch Tausend Trainings und Skills und Sachen die du auch um dich rum so aufsaugen kannst.

01:04:46: Ja, da bist du ein bisschen mein Handwerkzeug gelernt.

01:04:48: und dann zur TikTok gekommen, wo von Anfang an gesagt wurde hier der Artist Relations Dachmarkt Da ist der Steinz-Machmal.

01:04:56: Wo?

01:04:57: Mit sehr wenig Struktur, sehr vielen Freiheiten ... Das war irgendwie noch so der wilde Westen, als ich da angefangen hab.

01:05:05: Das war sehr aufregend mal sehr flexibel und für mich hatte das so das Gefühl ... Also wie ein junger Hund, den man von alleine lässt, der dann auch rumlaufen kann und springt und spielen und sich richtig austoben.

01:05:19: So hat sich dieses erste Tiktokapitel angeübt.

01:05:24: Das war einfach super spannend, weil man da auch schon ein paar Monate nachdem ich angefangen hab gemerkt hat was das für eine gravierende Veränderung im Markt bringt.

01:05:35: Bisschen wie vom Major zum Indie wahrscheinlich zu wechseln ne?

01:05:39: Kann ich nicht sagen den Vergleich habe ich jetzt nicht so aber ja kann mir auch vorstellen dass es da gewisse Ähnlichkeiten gibt.

01:05:50: nur ist der TikTok dann über die Zeit durchaus groß geworden.

01:05:54: Ich war halt in diesen fünf und ein halben Jahren, wo ich jetzt da war ... hab ich halt dieses Wachstum auch miterlebt.

01:06:00: Und es hat einfach so viel Spaß gemacht, das ganze Ding mit aufzubauen am Anfang.

01:06:06: Du warst am Anfang ganz alleine für den Bereich?

01:06:08: Oder waren du noch andere Leute?

01:06:09: Nee!

01:06:11: Der OG im deutschen Musikteam war Ken Ogi Hara.

01:06:15: Der war da als Erstes mit drin.

01:06:18: Dann kam Andreas Henisch Dann Linda Döhler.

01:06:23: Also die drei waren schon da, dann bin ich als vierte dazu gestoßen.

01:06:27: ins deutsche Musik-Team heißt ... Die war so mein absolutes Dream Team für die erste Zeit.

01:06:34: Später hat sich das dann auch mal ein bisschen verändert also ist noch weiter gewachsen.

01:06:40: aber gerade während dieser Anfangszeit waren die so das Team um mich rum und ich hätte mir wirklich kein besseres Team auf vorstellen können.

01:06:49: Und strukturell ist Tech Doctor auch anders aufgestellt als YouTube, also dass alle Leute die auf diesem Markt im Musikbereich zusammenarbeiten wirklich auch an einem Ort sitzen.

01:07:04: An einem Strang ziehen und die gleichen Ziele haben während das woanders vielleicht irgendwie ein bisschen komplizierter organisiert ist.

01:07:13: Okay.

01:07:14: Kennest du schon von vorher mit denen du bei Tech Doctor gearbeitet hast oder waren das alles neue Leute für dich?

01:07:20: Ich kannte schon einige.

01:07:22: vorher, also auch vor mir gab es schon vereinzelt Leute die von YouTube zu TikTok rübergewechselt sind.

01:07:29: Das war zu der Zeit ... auch gar nicht so unüblich, weil das natürlich für manche ein sinnvoller nächster Karriere-Schritt ist.

01:07:38: Ich kenn eigentlich kaum jemanden von YouTube, der nicht im Laufe der Zeit zumindest mal einen Interview bei TikTok gemacht hat oder da nicht mehr irgendwie Interesse dran hatte.

01:07:52: Es sind über die Zeit, also nicht nur im deutschen Markt sondern auch international sehr viele Leute von YouTube zu TikTok rübergekommen.

01:08:00: Bei einigen ist es dann noch ähnlich schnell vorangegangen wie bei mir weil man eben zu einem ganz anderen Zeitpunkt in einer anderen Phase zu dieser Company gekommen ist.

01:08:10: Hast du TikTok selbst vorher genutzt?

01:08:13: Nee, tatsächlich nicht!

01:08:15: Also ich habe aber mal davon gehört... Ich hab's mir selber nicht runtergeladen würde auch heute niemals was sagen, so in meinem privaten Freundeskreis zu nutzen.

01:08:23: Das ist auch ganz fehlend nicht und das ist ... okay!

01:08:27: Es ist schon superinteressant wirklich, so eine Watchsession da mitzumachen.

01:08:32: Und ich find's auch mega-faszinierend, ich nutze es gerne aber ich würd niemals irgendwas gegen jemanden sagen der das nicht nutzt oder überhaupt keine Plattform nutzt.

01:08:44: Ich find' das muss einfach jeder für sich selber entscheiden.

01:08:47: nur im Musikbereich Ja, generell in der digitalen Kulturbranche und im Entertainment ... kann man dann natürlich nicht mehr so drum rauf.

01:08:59: Mhm.

01:09:00: Aber ich weiß noch, ich hab's mir irgendwie vor meinen ersten Interviews runtergeladen und über die Zeit mich vielmehr damit befasst.

01:09:09: aber zu dem Zeitpunkt, wo ich meine Interviews gemacht habe, war ich schon ein bisschen hockt.

01:09:15: Okay!

01:09:16: Zu diesem Zeitpunkt hattest du das schon mal.

01:09:18: Das Ding runtergelaten?

01:09:20: Nee, Jigger Abi.

01:09:21: Musically?

01:09:22: Wann war die Umbrenendung, weißt du das?

01:09:23: ...

01:09:24: ?

01:09:24: Von Musikli-

01:09:26: ... ?

01:09:26: Ja, davor erst, okay krass!

01:09:28: Ich glaube ja oder zwei dann achtzehn oder neunzehn, ja...

01:09:31: Aber nicht viel früher ich ... und so älter man wird umso schwerer wir jetzt irgendwie die Jahre da noch zusammenzubauen.

01:09:37: aber ich kenne auf jeden Fall auch ... ich hatte mir auch irgendwann mal Musicali runtergeladen und hab's auch gar nicht verstanden weil da wurde glaub ich eigentlich ausschließlich so Lip Sync gemacht, wo es sich aber so Ich sehe mich jetzt selber nicht das machen und mir das alles anzugucken war aber auch nicht so, dann habe ich es einfach mal wieder gelöscht.

01:09:55: Und tatsächlich bin ich auch nie so richtig in TikTok reingekommen.

01:09:57: also aber auch ein bisschen weil ich bisschen die Angst sehe dass sich da nicht so gut rauskomme.

01:10:03: Also ich hab Insta und Insta ist ja finde ich immer uninteressantere Plattformen geworden weil ich auch diese Feed-Vorschläge tatsächlich immer ausschalte.

01:10:14: Da kann man ja das Knöpfchen drücken.

01:10:15: und dann stand da irgendwie dreißig Tage Beitragsvorschlage auf Snooze stellen, das mache ich damit ich immer noch die Sachen sehe, die eigentlich sehen möchte so ein bisschen von Freundinnen und

01:10:27: Co.,

01:10:28: selbst da ist es schon etwas schwierig.

01:10:29: aber bei TikTok hatte ich immer so ein bissel, aha!

01:10:33: Ich hatte damals Wein, doch hier auch noch viel Jünger, da war ich sehr am Suchten und fand es ziemlich geil Weiß nicht.

01:10:41: bei Tiktok habe ich mich immer eher so ein bisschen geschützt und dann lieber einfach nur hochgeladen.

01:10:46: also ich nutze es schon als.

01:10:48: Post-Plattform für den Podcast vor allem oder auch mal so ein Musikso ein Konzertmitschnitt einfach um die Langlebigkeit von den Sachen, die ich aufnehme zu erhöhen.

01:10:59: weil packst du eine Story rein aber meistens schneide ich meine Stories eh so ein bischen pack ich das noch mal als Video zusammen, da hat es da hoch und dann ist es nicht so nach vierundzwanzig Stunden verpufft.

01:11:09: Dafür war's dann für mich auch attraktiv.

01:11:11: aber genug zu meiner Nutzung.

01:11:13: Du hast ja schön gesagt du bist dann aufgestiegen Head of Music Operations, Head-of-Music Partnerships dann sogar noch international unterwegs gewesen.

01:11:22: Aber wie war denn erst mal so die Anfangszeit?

01:11:25: Also die ersten zwei Jahre Artist Relations Managerin und Wie hat sich da die Arbeit auch von YouTube unterschieden?

01:11:33: oder eigentlich gar nicht so stark.

01:11:36: also das ist jetzt schon ein bisschen intern gesagtes Team und die Arbeitsweise aber auch direkt der Arbeitsweise mit den Künstlern.

01:11:44: Es gab da schon extrem viele Parallelen, aber auch ganz entscheidende Unterschiede.

01:11:48: Also diese ersten paar Jahre, gerade die ersten zwei Jahre bevor ich dann Head of Music dach geworden bin ... das war wild und es hat so viel Spaß gemacht weil alles irgendwie noch neu war.

01:12:01: Und während man bei YouTube halt mit neuen Ideen oder neuen Herangehensweisen eher ein bisschen vorsichtiger ist und dass er ja irgendwie noch ein paar mal durchspricht und approven lässt Bevor man irgendwas ausprobiert, war es bei TikTok so ... Man hat eine Idee und drei Wochen später hat man's einfach gemacht.

01:12:20: Oder zwei Wochen später.

01:12:22: Also dieser Turnaround, wie man sich irgendwelche Sachen ausdenkt und die dann wirklich in der App sieht, war wahnsinnig schnell!

01:12:32: Und das ist ja auch ein krasses Gefühl, wenn man die Ergebnisse der eigenen Arbeit direkt einfach ... sieht und es erreicht dann irgendwie so eine App, die zu dem Zeitpunkt schon fast einen Viertel aller Deutschen erreicht hat.

01:12:51: Ja, war total Wahnsinn was man da noch für den Einfluss hatte.

01:12:54: also teilweise hab ich irgendwelche Banner noch selber in Photoshop gebaut, die wir dann halt in der App programmiert haben.

01:13:00: Also es war wirklich dieser wilde Westen wo man ganz kurze Wege hatte Ganz wenig Struktur Und dementsprechend auch sehr frei war.

01:13:12: Ich hatte zum Beispiel keine Vorgaben mit wie vielen Artists ich wie oft spreche, während das bei YouTube durchaus so ein gewisses System ... Also dass du gewisse Ziele hast mit genau wie viele Artisten man spricht im Quartal und wie oft man spricht aber auch was man denen sagt also auch erinnertlich gibt auf viel Struktur.

01:13:37: Das hilft auch viel, aber es wird halt alles getrackt.

01:13:41: Passierte das alles so nicht.

01:13:42: Das war ein bisschen je nachdem, wie man das selber für richtig hält?

01:13:47: Natürlich haben wir auch gewisse Sachen getracked aber ... Was wir damals getrackt haben waren On-Bordings also, wie viele neue Artists sind auf TikTok gestartet?

01:13:58: und das hab ich halt hauptsächlich gemacht.

01:14:00: Ich hab viele der großen KünstlerInnen bei ihrem Start auf TikTok begleitet.

01:14:06: Auch viele kleinere Aber für die größeren konnte man dann natürlich auch tolle Onboarding-Kampagnen organisieren.

01:14:15: Und also das vielleicht ein entscheidender Unterschied zur YouTubezeit, dass es eben damals noch nicht so viele Strukturen gab, dass man sehr frei war und sehr viel Verantwortung auch von vornherein hatte.

01:14:30: Wo ich festgestellt habe, dass ist eine Arbeitsweise, wo ich sehr gut funktioniere wenn man diese Selbstwirksamkeit sehr stark spürt.

01:14:39: Der andere große Unterschied war, dass man echt tolle Tools auch an der Hand hatte.

01:14:47: Es war nicht nur das man quasi von Beratung den Tipps und neue Features anbieten kann sondern ich habe es damals immer mein TikTok-Werkzeugkoffer genannt.

01:14:59: also es ging von einer Playlist Platzierung bis hin zu einem Soundpage-Banner bis hin zu einer Hashtag-Challenge, die wir damals noch gemacht haben.

01:15:10: Bis hin zu ... Wir machen diesen großen Livestream zusammen und zahlen ja die Produktionen.

01:15:15: Es war auch noch Corona, da haben viele Leute Livestreamings gemacht oder man holt jemandem in die nächste TikTok Marketingkampagne rein.

01:15:22: Also es gab ganz, ganz viele kleine aber große Ressourcen, die ich nutzen konnte um ... damit die Artist-Community zu incentivieren, aber auch den was zurückzugeben.

01:15:36: Das ist ein ständiges Geben und Nehmen.

01:15:40: Und das war schon cool, dass man wirklich etwas in der Hand hat zur gewisse Hebel, womit man den Künstlerinnen mehr Sichtbarkeit geben kann.

01:15:52: Mit welchen Artists hast du dann z.B.

01:15:53: Kampagnen da gemacht?

01:15:55: Was waren so die ersten großen Fische, die du angeln konntest?

01:15:59: Ich weiß jetzt nicht mehr genau, in welcher Reihenfolge das passiert ist.

01:16:04: Aber es gab mit Materia mal eine große Kampagne als der gestartet ist.

01:16:10: Wir haben einen mit Raph Kamoura zum Beispiel gemacht.

01:16:14: Geh gerne ein bisschen ins Detail.

01:16:15: was habt ihr dann genau gemacht?

01:16:16: Mit Raph zum Beispiel?

01:16:20: Raph war glaube ich eines der spannendsten Onboardings ... denn... Für den haben wir den sogenannten Top-View organisiert bekommen, was wirklich eine sehr seltene sehr krasse Ressource ist.

01:16:32: Das ist dieses Opening Video.

01:16:35: also wenn du TikTok aufmachst und jede Menschen an dem Tag dieses Video angezeigt wird.

01:16:40: Ach krass!

01:16:41: Aber nur in bestimmem Bereich.

01:16:43: jetzt in Deutschland?

01:16:44: Nur

01:16:44: in Deutschland, genau.

01:16:45: Aber das ist ein wahnsinnig teures Werbeformat, was halt sonst wirklich dann so große große Werbekunden verkauft wird.

01:16:53: Aber in seltenen Fällen kriegen wir diese Ressource dann für Artists auch, ohne dass die dafür zahlen müssen.

01:17:01: Und ... Für Rafat mit so was?

01:17:03: Aber da das eben an jeden Mensch in dieser App gezeigt wird, muss das Video natürlich auch unseren Guidelines entsprechen und es muss schon sehr safe

01:17:15: sein.

01:17:16: Keine Waffen!

01:17:17: Genau, keine Waffen.

01:17:20: Ich glaub, es gab auch noch eine Hashtag-Challenge und vielleicht irgendwas anderes.

01:17:24: Es gibt ein Paket aus verschiedenen Elementen, das ist sehr gut sichtbar wird.

01:17:28: Eine Guestplaylist haben wir oft gemacht.

01:17:31: Das Lustige bei Rafa Kamorra war nur dass das Video was sie dann abgegeben haben ... Last minute für diesen Opener, für den Topview.

01:17:42: Da standen die auf der Straße in Wien eher mit all seinen Boys haben halt auch so Lipsing zu seinem Song gemacht.

01:17:51: Und das war alles ganz cool, bis dann jemand mit einem brennenden Deo rumgefuchtelt hat und jemand ohne Helm auf dem Motorrad quer durchs Bild gefahren ist.

01:18:00: Ich hab dieses Video gesehen, da dachte ich, oh nein!

01:18:04: Das wird niemals genehmigt?

01:18:07: Dann haben wir noch ein bisschen diskutiert, die werden gesagt, nein, aber das gehört doch Street, das gehört dazu ... Gott sei Dank hatten die noch ein Backup-Video, wo halt jetzt nichts Gefährliches drin war.

01:18:20: Aber ja, da muss man wirklich immer sehr konservativ denken, sehr vorsichtig sein und um einen Haar hätten wir halt dieses Placement dadurch verpasst.

01:18:28: Aber ich glaube es gab keine große Kampagne bei der's nicht irgendein Moment gab, wo irgendwas schwierig war oder schief gelaufen ist ... Oder irgendeine kleine Krise!

01:18:38: Und Unboarding heißt jetzt einfach, dass Raff hatte davor gar keinen TikTok-Account und den habt ihr dann erst erdehlt.

01:18:46: Oder also diesen Haken?

01:18:48: Er wurde erstellt... ...und wir haben zu diesem Zeitpunkt wo der Account an Neu war, was cool ist drum herum gebaut.

01:18:58: Aber es war schon das Ziel ihnen erstmal überhaupt auf die Plattform auch zu bekommen, also der hatte jetzt noch gar keinen Account.

01:19:02: Genau

01:19:02: genau!

01:19:03: Also so größeren Artist da macht schon Sinn dass man da irgendwie so ein nettes Paket auch zusammenbaut.

01:19:11: Sowohl ... also damit die natürlich Freude haben, nachher auf der Plattform zu starten, aber auch damit mehr Leute das mitkriegen.

01:19:20: Das ist ja eine Win-Win-Situation.

01:19:23: Top Artists haben total den Pullfaktor für so eine Plattform.

01:19:28: Deswegen will man es so groß wie möglich machen.

01:19:31: Eines der größten Onboardings, die ich auch begleitet hab oder ... komplett gemanagt hab in dem Moment, war Helene Fischer.

01:19:40: Das war auch richtig krass.

01:19:43: Da haben wir damals ein Livestream gemacht ... der mit die höchsten Zahlen in Deutschland jemals hatte.

01:19:52: Weil sie eben auch so lange nicht aktiv war und dann auch so einen Interview gemacht hat.

01:19:57: Und da sind die Leute echt ausgerastet.

01:19:59: Es gab da verschiedene lustige onboarding Momente, so in den ersten zwei Jahren, würd ich mal sagen.

01:20:08: Auch mit Apache habe ich was Cooles gemacht, mit Shirin.

01:20:12: Ich haus auch etwas, das konnte man entweder machen zu diesem Onwarding-Moment oder aber auch zum Album Release oder zu irgendeinem anderen Meilenstein, dass man da echt so Vodopakete irgendwie zusammenbauen kann.

01:20:28: Ja, ich hatte ja Virginia's auch ... Das Ziel wird auch getrackt.

01:20:32: also ich war vorher bei Virginia's hab das in Deutschland Versuch groß zu machen und dann gab es auch mal mal Reviews.

01:20:38: Und da wird dann auch gucken, okay wie viele Artists in welcher Größe haben mit ihnen einen verified Account wobei das halt relativ schwer war den Leuten zu zeigen guck mal genius ist ein ding jetzt kannst du selber benutzen.

01:20:50: deswegen meistens habe ich dann interviews mit.

01:20:53: kitz hat dann zum beispiel gemacht das interview dann abgetippt die in den account erstellt.

01:20:57: die konnten sich dann theoretisch auch einloggen.

01:20:59: aber dass sie das jetzt selber machen und eine textile markieren und dann hinschreiben warum sie das alles so rappen das war dann leider doch irgendwie bisschen zu weit weg, aber bei tiktok ist ja auch der effekt sehr schnell.

01:21:14: sichtbar also wie viele likes, wie viele views etc.

01:21:17: so kann ich mir vorstellen dass gerade nach den großen fischen du dieses onboarding dann auch gar nicht mehr machen musstest oder?

01:21:23: Nee tatsächlich habe ich sogar mal mitbekommen ältere kaliber oder sowas da nochmal auf die plattform zu bekommen.

01:21:30: aber alle so die jünger sind die haben ja selbst gesehen.

01:21:34: okay ich muss eigentlich zu tiktok.

01:21:37: lustigerweise ist das alter gar kein Ausschlaggebender Grund dafür, wie jemand sich der Plattform gegenüber verhält oder wie offener jemand dafür ist.

01:21:47: Also bei Udo hat es ein bisschen gedauert.

01:21:48: aber auch aus verschiedenen Gründen müssen ja alle irgendwie dann mit am Start sein.

01:21:54: also so voll Artist-Management-Label irgendwie ... Aber als ich dann soweit war da haben alle wirklich super an einem Strang gezogen.

01:22:03: tatsächlich von dem Zeitpunkt an wo ich zu TikTok gekommen bin in den Jahren musste man die Leute nicht mehr so krass davon überzeugen.

01:22:12: Es ging eigentlich eher darum, sie bei den ersten Schritten zu supporten.

01:22:16: Aber ich ... Ich musste nicht mehr irgendwie umhergehen und so cold calling-mäßig denen das Pitch'n, dass sie jetzt zur Täter kommen sollen.

01:22:25: Sondern ich konnte den Leuten genau da begegnen, wo die schon eine gewisse Offenheit oder Lust darauf hatten aber nicht genau wussten wie.

01:22:35: Aber Gott sei Dank!

01:22:36: kam der Ball, also kurz nachdem ich da angefangen hab, kam der so ins Rollen.

01:22:41: Dass die meisten Leute dann auch von alleine irgendwie gekommen sind.

01:22:45: Aber halt ein bisschen Stadthilfe brauchten wollten ... Ein paar Monate, nachdem Ich dann angefangen habe, kam auf die ersten lokalen riesigen Trends und spätestens da ist das Interesse sehr groß geworden als man gesehen hat was da möglich ist.

01:23:06: Mein erster So Magic Moment ... war, ich glaube, ja, Dezember-Zwanzig-zwanzig mit Luna und ihrem Song Verlierer.

01:23:17: Die war eine der Ersten oder ich glaube so die erste, die komplett unbekannt war bis dahin.

01:23:25: Und wurde einfach ihr Video aus dem Schlafzimmer irgendwie so viral gegangen ist, dass sie in kürzester Zeit eben dir bekommen hat.

01:23:34: Heutzutage kennt man's ja!

01:23:36: Heutzuter ist das ganz normal.

01:23:37: Aber damals war ihr Song Verlierer, und sie war wirklich vorher no-name in der Industry.

01:23:44: War im Dezember auf Platz drei der deutschen Charts hinter Mariah Carey on Wham!

01:23:49: Und ansonsten wär's auf Platz eins gewesen.

01:23:51: Sie kam aus dem Nichts über TikTok dahin gesprungen ... Ich weiß noch, als ich das gesehen hab, dass die da direkt auf Platz three nur hinterher diesen Weihnachtssongs, den du nicht schlagen kannst gelandet ist, da war ich so wow.

01:24:05: Okay.

01:24:06: Super krass was hier ... passieren kann.

01:24:10: Und das war so der Kickoff für diese Art von Trends, also auf der einen Seite natürlich Top-Artists, Groß on Boardings und Albumreleases.

01:24:22: Aber richtig spannend waren ja auch einfach die großen Trends.

01:24:28: Die es dann immer mal gab, die du ganz schwer vorhersehen kannst, die teilweise auch irgendwie ausrichtung kommen, wo man sie gar nicht erwartet hat.

01:24:35: Einer der Nächsten war Montez Auf und Ab der ja auch viel als Produzent vorher tätig war, aber dann eben mit seinem eigenen Song so ein Mega-Hit hatte.

01:24:46: Freut mich total zu sehen was bei ihm jetzt so langfristig daraus geworden ist.

01:24:50: oder natürlich etwas später in der Truba mit Walt Berry Lillee und ... Und also es gibt ganz viele tolle Megatrends die da entstanden sind.

01:25:04: In solchen Momenten haben wir natürlich immer sehr schnell reagiert und daraus irgendwie auch so größere Kampagnen dann noch gemacht, weil das einfach ein toller Moment ist für sowohl die Art als auch für die Community of Tech Talk.

01:25:21: Und einen Effekt wie ich den vorher in der Musikbranche einfach noch nie gesehen habe.

01:25:27: Wenn du Kampagne da sagst... Wie sahen die denn aus?

01:25:31: Zu Songs, die jetzt schon irgendwie auf dem Weg sind zu trennten.

01:25:36: Auch da gibt es verschiedene Placements und Hebel innerhalb der App, mit denen man da früher arbeiten konnte.

01:25:44: Mittlerweile gibt's nicht mehr so viele davon.

01:25:46: Aber das Produkt wird ja immer mal verändert.

01:25:48: also damals viel über die Soundpage passiert.

01:25:51: zu der Teil der App wo sich die Leute ihre Musik raussuchen für ihre Videos aber auch es gibt gewisse Bannerflächen.

01:26:00: wir haben auch viel bei Events dann selber gemacht.

01:26:06: Mein kleiner Side-Hastel, obwohl es eigentlich gar nicht so mein Kerngebiet war.

01:26:11: War auch das Booking für unsere Events ...

01:26:13: Ja, guck, bist du doch noch Bruckerin geworden?

01:26:15: Doch ein bisschen Bruckerin geworden?

01:26:17: ja tatsächlich!

01:26:19: Das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.

01:26:23: Weil's mir immer wichtig war irgendwie eine gute Diversität im Lantern zu haben aber auch die Leute genau dann zu positionieren wo es halt spannend ist und auch verschiedene Genres abzubilden.

01:26:38: Das war wirklich sehr, sehr toll!

01:26:39: Und somit war durch eins meiner Highlights was so Events angeht als unsere Repa-Bahn Festival Reception Showcases wo Domitianer ihren Song ohne Benzin gespielt hat wie Natuba Waldberry Lille und Bassongs gespielt haben die beiden waren da wirklich gerade alles am explodieren oder es war gerade explodiert Und Chiago hat den Afterparty DJ gemacht.

01:27:09: Und stand da mit einer Polisekt und hat so richtig trashige Mucke gespielt, wo dann noch die meisten Leute einfach gegangen sind ...

01:27:17: Aber nicht seine eigene?

01:27:18: Nee, ich glaub der hatte damals noch gar nicht viele eigene.

01:27:21: Er hat wirklich DJ gemacht!

01:27:22: Ja ja...

01:27:24: Die meisten Leute sind gegangen, andere Leute standen auch immer so ... Keine Ahnung was hier passiert habe, ich find's richtig geil.

01:27:31: Und ein paar Monate später war er der gehypteste Act der Branche und wurde für jedes große Festival angefragt.

01:27:39: Dann waren die Leute immer so, hey, wie habt ihr das denn gemacht?

01:27:42: Dass der da irgendwie bei euch ... So, Aftershow DJ war aber ... Da hat er einfach Bock!

01:27:48: Und da war er sehr früh in Kontakt.

01:27:52: Das haben wir auch da seine allerersten Schritte miterlebt.

01:27:56: Der versteht ja auch TikTok wie kaum jemand anders.

01:28:00: Gale Ideen.

01:28:02: Und eine gute Einstellung, finde ich auch.

01:28:04: Aber ja solche Geschichten mit zu begleiten ... war wahnsinnig toll und eben auch mal so ein bisschen das Bucking-Lebenwahl zu machen.

01:28:13: Also ich hab das dann oft gehört von Leuten, die auf unsere Events gekommen sind, dass sie sich schon noch gefreut haben darüber.

01:28:22: Ich hoffe, dass die Leute Spaß hatten!

01:28:25: Es gab für mich nichts Schöneres als Künstlerinnen, Die Schätzung, die vielleicht auf TikTok auch Erfolg haben.

01:28:34: Dann auf einer unserer Bühnen zu präsentieren selbst wenn es in dem Moment meist btb Events waren.

01:28:43: Du hast ja gerade schon angesprochen wie hat sich denn die Plattform da verändert?

01:28:47: Sowohl an Tools die man als Artist nutzen kann also auch wie Artists TikTok Hauptnutzen.

01:28:55: und hier ist der Cliffhanger.

01:28:57: In der kommenden Folge geht es um den Einfluss von KI auf TikTok, wie ein gutes Video funktioniert und warum Charlotte Stahl nach fast sechs Jahren TikTok verlassen hat.

01:29:08: Folgt ThemaTakt überall wo's Podcast gibt damit ihr die nächste Folge auch hört!

01:29:13: Bewertet bei Spotify einfach ThemaTakteingeben auf die drei Punkte klicken und dann auf Show bewerten.

01:29:19: Mein Name ist Tobias Wilinski.

01:29:21: vielen Dank fürs Zuhören und bis bald.

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